• Kathedrale in Berlin-Mitte: Entscheidung über Zukunft von St. Hedwig soll 2016 fallen

Kathedrale in Berlin-Mitte : Entscheidung über Zukunft von St. Hedwig soll 2016 fallen

Umbau oder nur Sanierung? Seit einem Jahr wird erbittert um die Zukunft der Kathedrale gekämpft. Bis Mitte nächsten Jahres will Erzbischof Heiner Koch entscheiden.

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Status quo. Die Kathedrale mit der Bodenöffnung in der Mitte.
Status quo. Die Kathedrale mit der Bodenöffnung in der Mitte.Foto: Thilo Rückeis

Die katholischen Bischöfe in Deutschland wollen die St.-Hedwigs-Kathedrale aus ihrem Aschenputteldasein befreien. Am Donnerstag gab das Erzbistum zum ersten Mal bekannt, wie teuer das kommen könnte. Der Umbau nach den Plänen der Architekten Sichau & Walter würde 43 Millionen Euro kosten. Die Grundsanierung ohne Umgestaltung wäre für 16,8 Millionen Euro zu haben. „Wir wollen die Kathedrale wertvoll gestalten und damit deutlich machen, dass uns das, worum es darin geht, wertvoll ist“, sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch am Donnerstag.

Denkmalschützer aus ganz Deutschland und Berliner Katholiken kämpfen seit einem Jahr teils erbittert gegen den Umbau, vor allem weil er die Schließung der Bodenöffnung im Innern der Kirche vorsieht. Auch die Unterkellerung der Hoffläche zwischen der Kathedrale und dem Lichtenberg-Haus an der Französischen Straße ist umstritten.

Wird genug getan, um eine Katastrophe wie bei der Friedrichswerderschen Kirche zu verhindern?

Dort soll in 6,40 Metern Tiefe die Sakristei untergebracht werden. Dafür wäre eine knapp acht Meter tiefe Baugrube nötig, wie der Bauleiter des Erzbistums am Donnerstag sagte. Man brauche sich aber keine Sorgen zu machen, dass eine ähnliche Katastrophe wie bei der Friedrichswerderschen Kirche oder der Staatsoper passieren könnte. Ein Bodengutachten habe ergeben, dass der Untergrund „ausreichend tragfähig“ sei.

Eine ähnlich tiefe Baugrube hatte die Friedrichswerdersche Kirche in der Nachbarschaft zum Kippen gebracht. „Eine Gefährdung der Standsicherheit der Kathedrale ist auszuschließen“, stellte der Baudezernent des Bistums klar – auch weil St. Hedwig zu großen Teilen auf einer Wallanlage errichtet sei. Durch ein spezielles Beton-Injektionsverfahren soll die Baugrube zusätzlich gesichert werden.

Er habe noch viele Fragen, sagte Erzbischof Koch. Ein Symposium Mitte Dezember soll mehr Klarheit bringen. Entscheiden will er im ersten Halbjahr 2016. Ob man sich für den Umbau oder eine reine Grundsanierung entschließe, die Maßnahmen sollen aus Rücklagen des Bistums, Spenden und staatlichen Zuschüssen finanziert werden.

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