Berlin : Katholiken legen beim Sparen eine Pause ein

Claudia Keller

Der Sanierungsplan, den die Katholische Kirche in Berlin vergangenes Jahr aufgelegt hat, zeigt Wirkung. Zum ersten Mal seit Jahren muss das Erzbistum für seinen Haushalt keinen neuen Kredit aufnehmen. Der Etat für das kommende Jahr, der soeben verabschiedet wurde, hat ein Volumen von rund 130 Millionen Euro. Durch die Fusionen der Gemeinden von ursprünglich 210 auf 108, durch Streichung von 299 Vollzeitstellen, Kürzungen bei den Zuschüssen an die Pfarreien und Einsparungen bei Baumaßnahmen hat das Erzbistum 2004 acht Millionen Euro eingespart. 2005 will man wegen der schlechten Marktlage keine weiteren Immobilien verkaufen.

Die Bankschulden in Höhe von 148 Millionen Euro wurden auf 104 Millionen Euro gesenkt. 30 Millionen Euro haben die anderen deutschen Bistümer zur Entschuldung gegeben, 14 Millionen hat das Berliner Bistum durch Immobilienverkäufe erzielt. Die dritte Tranche in Höhe von 20 Millionen Euro wollen die Bistümer 2006 zahlen.

Das kommende Jahr wird eine Ruhepause sein, sagte Generalvikar Ronald Rother gestern und kündigte aber gleichzeitig an: „Wir sind noch nicht über dem Berg.“ Durch den drastischen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen – zwischen 2003 und 2005 voraussichtlich um 14 Prozent – würden die Schulden ab 2006 wieder größer. Deshalb sollen von 2006 bis 2009 erneut zehn Millionen Euro im Haushalt eingespart werden, mehr als seit Beginn der Sanierungsmaßnahmen vor eineinhalb Jahren.

Wie das gehen soll, werde noch diskutiert, sagte der Generalvikar. Klar sei, dass einschneidende Strukturmaßnahmen nötig seien. Überlegt werde, wo man inhaltliche Schwerpunkte setzen könne, nicht mehr jede Gemeinde werde das gesamte Spektrum kirchlichen Engagements erbringen können. Auch will man Dienste wie zum Beispiel Hausmeisterarbeiten an externe Firmen auslagern. Die Caritas müsse 2006 mindestens 500000 Euro einsparen.

Auch die Priester sollen einen Beitrag zum Sparen leisten. Im Oktober hat ihnen Georg Kardinal Sterzinsky Überlegungen mitgeteilt, ihr Gehalt um zehn Prozent zu kürzen.

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