Berlin : Kaufangebot für Vivantes Rhön-Klinik will 200 Millionen Euro investieren

Ingo Bach

Die Rhön-Klinikum AG will offenbar den finanziell angeschlagenen landeseigenen Krankenhauskonzern Vivantes übernehmen. Das Unternehmen hat am gestrigen Montag dem Finanzsenator Thilo Sarrazin eine Absichtserklärung mit einem konkreten Übernahmeangebot unterbreitet. Der Klinikkonzern mit Sitz in Bad Neustadt an der Saale will 75 Prozent von Vivantes übernehmen und dafür 200 Millionen Euro in das Unternehmen einbringen. Beim Land soll eine Sperrminorität verbleiben, mit dem es künftige Beschlüsse beeinflussen kann. Zugleich verzichtet Rhön auf das Recht, Investitionen gemäß dem Krankenhausgesetz vom Land finanziert zu bekommen. Diese Informationen des Berliner FDP-Abgeordneten Martin Matz bestätigte Rhön-Sprecherin Brigitte Sallwey dem Tagesspiegel.

Die Absichtserklärung enthält jedoch keine Aussagen, wie mit den Vivantes-Schulden von 230 Millionen Euro umgegangen werden soll. Damit bleibt unklar, ob Rhön diese übernimmt. „Das ist Verhandlungssache, genauso wie ein eventueller Kaufpreis“, sagt Matz, der gesundheitspolitische Sprecher der FDP- Fraktion. Verhandlungssache wird wohl auch die bestehende Beschäftigungssicherungsvereinbarung sein, die Vivantes bis Ende 2006 betriebsbedingte Kündigungen verbietet. „Rhön ist bestrebt, nach einer Übernahme von Vivantes über einen Haustarifvertrag zu verhandeln“, sagt Rhön-Sprecherin Sallwey.

Im Senat ist man sich nicht einig, wie man mit dem Angebot umgehen soll. Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS) sieht gute Gründe, Vivantes in Landesbesitz zu halten. Dagegen heißt es aus der Verwaltung von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), man prüfe das Angebot „mit Freude und Sympathie“.

Am Mittwoch tagt der Vivantes-Aufsichtsrat, um über ein Sanierungskonzept bis 2008 zu beraten.

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