Berlin : Kaum neue Wohnungen in Berlin

Peter Tiede

In Berlin werden auch in den kommenden Jahren kaum neue Wohnungen gebaut werden. Zu diesem Schluss kommt der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Zwar werde die Nachfrage nach Wohnungen bis zum Jahr 2011 leicht steigen, diese werde aber nicht zu einer erhöhten Bautätigkeit bei Mehrfamilienhäusern führen, sagte BBU-Vorstand Ludwig Burkardt am Mittwoch in Berlin. Gefragt seien sanierte Altbauwohnungen in guten Wohnlagen. In Berlin wachse besonders der Bedarf an kleinen Wohnungen. Als Gründe dafür nannte Burkardt die Wohnungsgrößenbeschränkung in den Hartz-Gesetzen und die demografische Entwicklung. Vor allem aber aus den rund 300 000 Arbeitslosen-Haushalten werde die Nachfrage nach Einzimmer-Wohnungen steigen.

Problematisch werde die Lage an den Stadträndern, wo in Sozialbauten viele große Wohnungen freistehen. Für diese Wohnungen fehlten die Familien.

Zugleich sehen die Unternehmen kein Ende der Kauflust ausländischer Finanzinvestoren auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Besonders gefragt seien sanierte Altbauten, bei denen die stärksten Mietsteigerungen zu verzeichnen seien, heißt es im Marktmonitor 2006 der BBU.

Skeptisch sieht Burkardt die von Finanzinvestoren gezahlten Preise für größere Wohnungspakete in Berlin. In Einzelfällen seien in Marzahn-Hellersdorf für Plattenbauwohnungen Quadratmeterpreise vom 13-Fachen der Monatsmiete gezahlt worden; für sanierte Altbauwohnungen im Westteil der Stadt gar bis zum 14-Fachen.

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