Berlin : Kaum noch Amokdrohungen an Berliner Schulen

Die Zahl der Amokdrohungen an Berliner Schulen ist stark zurückgegangen. Im Schuljahr 2009/2010 hatte es noch 63 Fälle gegeben, im Schuljahr 2011/2012 wurden noch 17 Drohungen registriert, in der ersten Hälfte des laufenden Schuljahres waren es nur noch vier Fälle von verbalen, schriftlichen oder im Internet kursierenden Drohungen. Diese Zahlen nannte die Schulverwaltung jetzt auf eine kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Danny Freymark.

Für die sehr positive Entwicklung nennen Fachleute von Schulverwaltung und Polizei zwei Gründe. So habe es nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten im März 2009 bundesweit zahlreiche Drohungen durch Trittbrettfahrer gegeben, die zu der bisherigen Rekordzahl von 63 „sicherheitsrelevanten Vorfällen“ führte. Im folgenden Schuljahr 2010/2011 habe es wegen der Internet-Mobbing-Seite „Isharegossip“ eine regelrechte Welle (51 Fälle vor allem im Frühjahr 2011) von Drohungen gegen einzelne Schüler, Lehrer und Schulen gegeben. Teilweise wurden Schulen zeitweise geschlossen.

Auch wenn die Hetzseite schon im Sommer 2011 abgeschaltet wurde, beschäftigten sich Senat und Polizei anschließend intensiv mit dem Phänomen. So half die Polizei bei der Aktualisierung der Notfallpläne für Schulen. Das Landeskriminalamt lud Schulleiter und deren Stellvertreter zu Informationsveranstaltungen zum Thema Amoklauf ein. Im April 2009 wurden die Baustandards für die Schulen des Landes verschärft: Bei Neu- und Umbauten sind seitdem Lautsprecheranlagen vorgeschrieben. Diese sind wichtig, um im Ernstfall mit Warnungen reagieren zu können. An allen Schulen, die absehbar nicht saniert werden, wurden die Pausensignale für Alarmierungen nachgerüstet. Nur an wenigen Schulen gebe es diese Anlage noch nicht, teilte die Bildungsverwaltung mit, die Namen der Schulen nannte sie nicht.Ha

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben