Berlin : KA WUMMS

So nicht! Böller sind kein geeignetes Kommunikationsmittel. Foto: dpa
So nicht! Böller sind kein geeignetes Kommunikationsmittel. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Kinderlärm ist guter Lärm! Wenn die kleinen Racker auf dem Spielplatz toben, ist das nun mal nicht leise – aber kein Grund, gefährliche und illegale Feuerwerkskörper zu zünden! Der 29-jährige Kraftfahrer, der kürzlich in Treptow von seinem Balkon aus einen sogenannten „Polenböller“ mit brennender Lunte auf spielende Kinder geworfen hat, wurde wegen „strafbaren Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen“ zu drei Monaten Gefängnis verurteilt – zu Recht! Schließlich hätte der Mann seinen Unmut über die gestörte Mittagsruhe auch ziviler ausdrücken können, ach was: müssen.

Hier einige Vorschläge für alternative Ausdrucksformen:

PUPPEN

Kasper und Gretel tollen auf dem Spielplatz herum, dabei will das Krokodil doch Mittagsschlaf halten ... Ein Balkon ist die perfekte Guckkastenbühne: Mit Handpuppen kann man dem jungen Publikum spielerisch die Regeln des bürgerlichen Zusammenlebens vermitteln. Die Moral von der Geschicht’? Ich bin leise, friss mich nicht!

ZEITUNGEN

Hier kann man sich schon beim Zerknüllen abreagieren. Ein mit – sorgfältig aus der überregionalen Presse ausgewählten – Papierkugeln beworfenes Kind bleibt nicht nur unverletzt, sondern wird im besten Fall zur regelmäßigen Lektüre einer Tageszeitung angeregt. Bildungsfaktor: hoch.

PUMPERNICKEL

Brot statt Böller! Verantwortungsvolle Berliner sollten keine dubiosen Schwarzpulverlabors finanzieren. Lieber den Bäcker um die Ecke unterstützen – und den Kids gesundes Schwarzbrot zuwerfen. Einziger Nachteil: Wer

kernig isst, spielt länger laut ...

TISCHFEUERWERK

Hier fliegt höchstens ein Streichholz über die Brüstung, dafür müssen Lärmgeplagte nicht auf Pyrotechnik verzichten. Die bunten Lichter und sprühenden Funken sind nicht nur ein entspannendes Schauspiel für den Balkonbewohner, sondern lenken auch die Rasselbande vom Rasseln ab.

Das „Aaah!“und „Oooh!“ einer guten Nachbarschaft!

BUNTSTIFTE

Malt doch mal was Schönes! Ob Schmerz- oder Freudenschreie: Wippen, Rutschen und Kletterstangen bedeuten Lärm. Mit Stiften versorgt, hält die Jugend still und ist kreativ. Super entwicklungsfördernd! Das Ergebnis an den Wänden der Wohnsiedlung mag nicht schön sein – aber es ist leise.

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