Berlin : Kehraus für das alte Jahr

Bis Ende Januar will die BSR allen Silvestermüll und 400 000 Weihnachtsbäume beseitigen

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Gestern musste die Stadtreinigung erstmal eifrig streuen – doch sobald die Witterungslage es zulässt, beginnt ein weiterer Großeinsatz mit Kehrwalzen und Besen. Innerhalb von drei Wochen will die BSR Weise den Silvestermüll fortschaffen, angefangen auf allen Hauptstraßen, danach in den kleineren Wohnstraßen. „Natürlich nehmen wir dabei auch letzte Laubhaufen und weiteren Kehricht mit“, sagt BSRSprecher Bernd Müller. Und außerdem abgeschmückte Weihnachtsbäume. Wie in den vergangenen Jahren bietet die BSR hier einen bequemen Service an: Sie holt Bäume ab, die bis zum 25. Januar an den Straßenrand gelegt werden.

Das kostenlose Angebot gilt für alle Berliner Straßen. Sammeltrupps fahren sie ab und bringen die ausgedienten Tannen und Fichten nach Brandenburg, wo sie zerhäckselt und kompostiert werden. Rund 400 000 Berliner Christbäume enden alljährlich auf diesem Wege, wobei die meisten erfahrungsgemäß in der Woche nach dem 6. Januar auf der Straße landen.

Kehrt allerdings in den kommenden Tagen der Winter wie angekündigt mit Macht zurück, so könnte sich der gesamte Einsatzplan gegen den Silvester- und Weihnachtsmüll verzögern. Denn bei Schnee und Eis braucht die BSR im schlimmsten Falle ihre gesamte Mannschaft zum Streuen und Schippen. Rund 2300 Straßenreiniger sichern dann im Winterdienst 18 500 Kreuzungen und räumen alle stärker befahrenen Straßen – auf einer Gesamtlänge von 7200 Kilometern.

„Bei Frost und Schnee lässt sich ja ohnehin schlecht kehren“, sagt BSR-Sprecher Müller. Deshalb sei es sinnlos, zusätzliche Kräfte einzustellen. „Bei einem strengen Winter müssen die Bürger einfach etwas länger warten, bis ihre Straße von Knallerresten befreit ist.“

Doch was sollte mit Böllern geschehen, die noch ungezündet in der Wohnung liegen? Die Feuerwehr empfiehlt, sie einen Tag in Wasser einzuweichen und dann im Hausmüll zu entsorgen. „Basteln Sie auf keinen Fall an Blindgängern herum“, warnen Experten. „Sie sind noch immer gefährlich.“ So verlor am Donnerstag in Eberswalde ein Elfjähriger große Teile der linken Hand, als er einen Blindgänger anzündete und dieser explodierte. Der Junge hatte den vermutlich illegal aus Polen eingeführten Sprengkörper auf einem Spielplatz gefunden. cs/Ha

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