Berlin : Keimzellen-Kultur

150 Künstler inszenieren sanierungsbedürftigen Altbau

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Andy Warhol – kein Unbekannter. Sebastian Mücke – nun ja. Und doch: Der Vorsitzende des Vereins „Raumer1“ tut’s der PopartIkone nach – und das in Prenzlauer Berg. Nach dem Vorbild der New Yorker Factory, in den 60er Jahren Treffpunkt und Lebensraum einer experimentierfreudigen Clique um Andy Warhol, schaffen Sebastian Mücke und gut 150 Mitstreiter aus der freien Kulturszene im sanierungsbedürftigen Haus Raumerstraße 4 zurzeit ein schrilles Potpourri der Kreativität.

Vom 1. bis 3. Mai öffnen sie die Türen. Die Besucher erwartet ein Brückenschlag zwischen Musik, Film, Literatur, Kunst – und ganz viel Party. Ein Konzept, das bereits 2002 tausende Besucher in ein Haus in der Nachbarschaft lockte. Ein Übergangs-Szenario, das die Zeit zwischen Alt und Neu demonstriert. In der Raumerstraße 4 ist seit Anfang April eine einzigartige Gemeinschaft aus Arbeits- und Lebensstätte für Kreative gewachsen. Einen Monat lang tummelten sich im Haus die „kulturellen Keimzellen“, wie Sebastian Mücke die einzelnen Gruppen nennt, klügelten ihre Ideen aus, bastelten – und lebten.

Ein Projekt, vielfältig und schräg. Am Freitagabend werden drei Kurzfilme und ein 40-Minüter an die Hausfassade projiziert, die Straße wird gesperrt. Es spielen Jongleure vom Berliner Varieté-Theater Chamäleon mit dem Feuer, entführen zehn Literaten in Lesebühnen-Tradition zu einer Reise durchs Haus. Beim Finale am Sonnabend lebt die Kommune: mit Reggae von DJ Barney Miller, Überraschendem vom Dekoteam Deluxe, Mode-Installationen, DDR-Beat und „Easy Listening“, „Popjektionen“ mit Nando & Silvia, einem Hotel mit Séparées, Hausbar, Ponyhof und Kiosk (mit heißer Wurst, Wassereis und Filterkaffee) sowie Goa und Trance. Die Raumerstraße mutiert unterdessen zur offenen Bühne für Bands und Künstler.sto

1. bis 3. Mai, von 14 bis 22 Uhr, am Sonnabend länger; Eintritt: „Pay as you want“ am Donnerstag und Freitag, 4 Euro Sonnabend.

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