Berlin : Kein Anschluss

Gerd Appenzeller

wünscht der Bahn einen Blick in den Terminkalender Hartmut Mehdorn, der machtbewusste Chef der Deutschen Bahn, schwankt zwischen Zürnen und Schmollen, wenn er über Berlin spricht. Er findet, dass die Stadt, ihre Regierenden und ihre Medien, nicht genug schätzen, dass sie mit der Bahn nicht nur ein großes, sondern auch ein erfolgreiches Unternehmen in der Stadt haben. Dass so etwas weh tut, kann man nachvollziehen. Wer möchte nicht geliebt werden?

Vielleicht fangen wir mit etwas Anteilnahme an, einem Blick in den Berliner Terminkalender? Dann hätte die Bahn erwägen können, 20 000 Besucher der Waldbühne mit der S-Bahn nicht nur bequem hin-, sondern am Abend auch genauso wieder heimzubringen, statt sie dann auf Busse zu verweisen. Oder die Stadtbahn nicht am Tag der großen Fahrradsternfahrt lahm zu legen, wenn man mit dem privaten Fahrzeug nirgendwo durchkommt. Oder nicht gerade an diesem Sonntag auf der stadtdurchquerenden S1 die Fahrgäste durch Pendelverkehr im 20-Minutentakt zwischen Nordbahnhof und Potsdamer Platz zu vertreiben. Sagen wir’s so: Wie viel Anschluss man hat, liegt oft an einem selbst.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben