Kein Generalplaner zu finden : BER: Als Chef fliegt keiner auf den Hauptstadt-Flughafen

Ein neuer Generalplaner für den BER-Bau hat sich in ganz Europa nicht gefunden. Das könnte neue Probleme bringen, befürchten die Grünen.

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Wegen Nicht-Fertigstellung geschlossen. Wann der BER wohl jemals öffnet? Darüber streiten Experten.
Wegen Nicht-Fertigstellung geschlossen. Wann der BER wohl jemals öffnet? Darüber streiten Experten.Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Tatsache, dass bei der europaweiten Ausschreibung für einen neuen Generalplaner für die Fertigstellung des neuen Hauptstadtflughafens BER niemand gefunden wurde, werde „den Eröffnungstermin in immer weitere Ferne rücken – und die nächsten Kostensteigerungen sind programmiert“. So reagierte Ramona Pop, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus am Freitag auf die erfolglos abgeschlossene europaweite Ausschreibung für die zentrale Planung und Baukoordinierung am BER. Der Verkehrsexperte der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Ole Kreins, sagte, man sehe nun, „dass es Flughafenexperten nicht gibt wie Sand am Meer“.

Flughafengesellschaft sieht keine Probleme

Wie berichtet, hatte die EU-Ausschreibung über Planungsleistungen einen Umfang von insgesamt 32,6 Millionen Euro. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa waren keine brauchbaren Angebote eingegangen. Bei einer EU-Ausschreibung müssen sich Bewerber Experten zufolge einem aufwendigen und komplizierten Verfahren stellen. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte, es werde bald in einem beschränkten Ausschreibungsverfahren weitergesucht. Derzeit würden die Planungen von fünf Planungsbüros bewältigt, „daher gibt auch keine Verzögerungen“. In dem nun folgenden Verfahren sind Verhandlungen möglich.

"Der Verzicht ist verantwortungslos"

Die Grünen halten es für „ verantwortungslos, auf einen Generalplaner zu verzichten“. Ihm im Jahr 2012 zu kündigen, sei ein Fehler gewesen. Es „räche sich bitter“, dass ihn der Aufsichtsratsratschef Klaus Wowereit nach der geplatzten Eröffnung 2012 entlassen hat, „um von eigenen Fehlern und seiner Verantwortung abzulenken“. Bis dahin hatte die Planungsgemeinschaft (PG) BBI mit den Architekturbüros GMP um Meinhard von Gerkan sowie die später in die Insolvenz gegangene JSK Internationale Generalplanung Projektsteuerung GmbH als Ansprechpartner für den Bauherrn fungiert, für die Richtigkeit der Planungen gehaftet und war für die Einhaltung aller Termine verantwortlich.

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