Berlin : Kein Kommentar ST. HEDWIG

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Nicht Prälat Wolfgang Knauft, der die Messe hielt, verlas den Brief von Kardinal Georg Sterzinsky in der St. HedwigsKathedrale in Mitte, sondern ein Gottesdienstbeauftragter. Auch zeitlich trennte man das Schuldbekenntnis des Kardinals klar vom Gottesdienst: Es wurde verlesen, als die Gläubigen noch im Begriff waren, die Kirche zu betreten. So geriet des Kardinals Bitte um neues Vertrauen in der wichtigsten Kirche des Bistums zur Pflichtübung, die nicht weiter kommentiert wurde – obwohl sich der zweite Fastensonntag und das vorösterliche Thema Buße geeignet hätten. Prälat Knauft erinnerte in seiner Predigt lieber an die 62 Erwachsenen, die demnächst getauft werden und machte deutlich, dass religiöse Erfahrung immer möglich ist, wenn man sich nur auf die Suche begibt. Voraussetzung dafür sei aber, dass man von sich selbst absehe, sich selbst nicht in den Mittelpunkt stelle, sondern auf andere zugehe und Krankheiten und Krisen annehme. Beim Verlassen der Kirche und anschließend beim „Treff um elf“ lobten viele der mehr als 200 Gläubigen, die in die Kathedrale gekommen waren, den Kardinals-Brief. Es sei an der Zeit gewesen, dass endlich jemand die Verantwortung übernommen habe, hieß es. Eine Frau sagte, dass in einem Unternehmen derjenige, der an einem solchen Desaster schuld sei, wohl längst hätte gehen müssen, wie etwa Ron Sommer bei der Telekom. Sie hofft, dass die Finanzen künftig offen gelegt würden. clk

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