Berlin : Kein neuer Umgang mit der DDR Schulpolitisch ist laut SPD alles gut geregelt

Am schulischen Umgang mit dem Thema DDR soll sich nichts ändern, auch wenn viele Berliner Schüler kaum etwas über die SED-Diktatur wissen. Die bildungspolitische Sprecherin der SPD- Fraktion im Abgeordnetenhaus, Felicitas Tesch, lehnt einen Antrag ab, mit dem die CDU erreichen wollte, dass sich Lehrer intensiver um die Vermittlung der DDR-Geschichte kümmern. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Sascha Steuer, begründet den Antrag unter anderem mit dem Unwissen vieler Schüler über die Zustände in der DDR, das vor kurzem eine Studie des Berliner SED-Forschers Klaus Schroeder ergeben hatte.

Die Studie hat ergeben, dass zahlreiche Schüler zur Verklärung des SED-Regimes neigen. Schröder hatte festgestellt, dass 16- bis 17-jährige Schüler nicht zwischen Demokratie und Diktatur entscheiden könnten und dass sie glaubten, Einkommen und Vermögen seien in der DDR gleichmäßig verteilt gewesen. Dass viele Schüler die DDR verharmlosen, sei auf entsprechende Darstellungen des SED-Regimes in den Elternhäusern zurückzuführen. Die CDU-Fraktion wollte erreichen, dass sich Schüler in allen Stufen mit der DDR beschäftigen und dass Besuche von authentischen Orten wie dem Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen „verbindlich“ gemacht würden.

Die FDP-Bildungspolitikerin Mieke Senftleben unterstützt den Antrag. Wer nicht zwischen Diktatur und Demokratie unterscheiden könne, der wisse auch die Freiheit nicht zu würdigen, sagte Senftleben. Lehrer müssten viel stärker Position beziehen und dabei auch riskieren, dass Jugendliche in der Schule ein anderes DDR-Bild vermittelt bekommen als zu Hause. Tesch meint hingegen, der Senat habe mit den Rahmenplänen für die Schulen genug getan, um die Vermittlung der DDR-Geschichte zu verbessern. wvb.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben