Berlin : Kein Rettungsring für das SEZ

Nur Gerüchte über Verhandlungen mit Investoren. Liegenschaftsfond übernimmt stillgelegte Bäder

Annekatrin Looss

Gibt es doch noch Hoffnung für das von der Schließung bedrohte Sport- und Erlebniszentrum SEZ an der Landesberger Allee? Gerüchten zufolge soll eine Immobilienberaterfirma Gespräche mit dem Liegenschaftsfonds aufgenommen haben. Sie wolle das SEZ, das von den Bäderbetrieben zum 31. 12. 2002 geschlossen wird, ein weiteres Jahr betreiben. Dieses Jahr solle dazu genutzt werden, eine längerfristige Perspektive auszuloten. Während Bäder-Vorstand Klaus Lipinsky zugibt, von derartigen Verhandlungen gehört zu haben, möchte man diese Gerüchte beim Liegenschaftsfonds nicht bestätigen. „Wir übernehmen das SEZ planmäßig zum 1. Januar 2003“, so die Sprecherin des Liegenschaftsfonds, Irina Dehne. „Von derartigen Verhandlungen ist mir nichts bekannt, bei uns hat sich noch kein potenzieller Investor nach dem SEZ erkundigt.“ Die letzte Hoffnung für das SEZ war geplatzt, nachdem im Sommer dieses Jahres die Ausschreibung für die Sanierung des Gebäudes aufgehoben werden musste. Keiner der drei Bewerber verfügte über die nötigen finanziellen Mittel.

Auch für die anderen geschlossenen Bäder suchen die Bezirke dringend Investoren. Die zu finden, ist allerdings vergleichbar schwierig wie beim SEZ. „Die Lage ist bei den anderen Hallen ähnlich problematisch“, so Dehne weiter. Investitionen sind überall dringend nötig, die Aussichten, ein Schwimmbad in Berlin gewinnbringend zu betreiben, dagegen gering. Lediglich eine der im Sommer von den Bäderbetrieben geschlossenen Hallen konnte bislang wiedereröffnet werden. Auf Initiative der Kreuzberger Schwimmvereine wurde das Stadtbad Kreuzberg in der Baerwaldstraße im September für Schulen, Vereine und diverse Kurse wieder in Betrieb genommen. Seit dem vergangenen Wochenende steht es auch der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung. Immer sonnabends von 14 bis 18 Uhr kann hier vereinsunabhängig geschwommen werden. Finanziert wird die Halle über Einnahmen aus Miete und Kursen. Alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Auch die Schwimmhalle in der Lichtenberger Rudolf-Seiffert-Straße soll wiedereröffnet werden. Die Sport-Arbeitsgemeinschaft Hohenschönhausen-Lichtenberg hat bereits ein Finanz- und Betreiberkonzept erarbeitet. Für die Wiedereröffnung fehlen ihr jedoch die nötigen Mittel. So muss zunächst die Wasseraufbereitungsanlage für mehrere hunderttausend Euro repariert werden. „Wir hoffen auf eine Kooperation mit einer Wohnungsbaugesellschaft“, so Peter Wernke von der Sport-AG. Mit drei Wohnungsbaugesellschaften sei man zur Zeit im Gespräch. Abgesagt hat noch keine, zugesagt auch nicht. Noch mag dort niemand die Hoffnung aufgeben, jedoch, so Wernke, schwinden mit jedem Tag, den das Bad geschlossen bleibt, die Chancen, dass die technischen Anlagen nach der Wiederinbetriebnahme einwandfrei funktionieren.

Auch für das im April 2002 geschlossene Stadtbad Steglitz wird ein Betreiber gesucht. „Man wolle nichts unversucht lassen, das Bad der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen“, so der zuständige Stadtrat Erik Schrader. Aus diesem Grund wird am 8. November 2002 ein Interessenbekundungsverfahren im Berliner Amtsblatt veröffentlicht. Noch bis zum Jahresende haben die Bezirke Gelegenheit, Investoren für ihre Schwimmbäder zu finden, danach gehen sie samt Grundstück in den Liegenschaftsfonds.

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