Berlin : Kein Ticket: Junge musste Zug verlassen

Oranienburg - Weil er keinen gültigen Fahrschein bei sich hatte, musste ein elf Jahre alter Junge einen Regionalzug der Deutschen Bahn verlassen. Eine Schaffnerin habe ihn am Montagnachmittag auf der Fahrt von Berlin in Richtung Norden am Bahnhof Oranienburg des Zuges verwiesen, obwohl er noch 50 Kilometer hätte weiterfahren müssen, sagte die Mutter gegenüber der Nachrichtenagentur dapd: „Ich finde keine Worte dafür.“ Zuvor hatte sie über den Vorfall auf Twitter berichtet. Demgegenüber sagte die Bahn, dass es kein Fehlverhalten gegeben habe. Die Kundenbetreuerin habe sich korrekt verhalten. Der Junge sei noch im Zug in die Obhut eines Polizisten, der zufällig im Zug gewesen sei, gegeben worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. An einem Polizeistandort in der Nähe des Bahnhofs wurde er laut der Mutter von Familienangehörigen am frühen Abend abgeholt.

Der Junge war in Gesundbrunnen in den Zug Richtung Norden gestiegen. Nach Angaben seiner Mutter fehlten ihm 6,30 Euro für ein Ticket, deswegen habe die Schaffnerin ihm die Weiterfahrt untersagt. Der Junge habe im Beisein der Bahn-Mitarbeiterin mit ihr telefoniert. Dabei habe sie angeboten, mit dem Geld für das Ticket am Bahnsteig zu warten. Darauf sei die Schaffnerin aber nicht eingegangen. Eine Bahnsprecherin wollte dieses nicht kommentieren. Es handele sich hier um Spekulationen. Man müsse nun „nachbereiten, ob eine andere Möglichkeit bestanden“ hätte, mit dem Vorfall umzugehen.

In der Vergangenheit hatte die Bahn wiederholt negative Schlagzeilen gemacht, weil Zugbegleiter Jugendliche oder Kinder ohne Fahrschein des Zuges verwiesen hatten. 2010 hatte eine Schaffnerin in Königs Wusterhausen abends bei klirrender Kälte eine 16-Jährige aus dem Zug geworfen, weil das Mädchen nicht genügend Fahrgeld dabei hatte. dapd

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