• Kein Verbot geplant gewesen: Potsdamer Hells Angels lösen sich zur Überraschung der Polizei auf

Kein Verbot geplant gewesen : Potsdamer Hells Angels lösen sich zur Überraschung der Polizei auf

Die Rockerszene in Berlin und Brandenburg kommt nicht zur Ruhe. Am Sonnabend verkündete die Potsdamer Hells Angels ihre Auflösung. Die Polizei rätselt über die Hintergründe.

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Immer wieder sind Ermittler in den vergangenen Monaten mit Razzien gegen die Rockerszene vorgegangen. Erst im August 2012 hatte die Berliner Polizei mehrere Quartiere der Bandidos durchsucht. Dabei wurden schwere Waffen sicher gestellt, zum Beispiel dieses Sturmgewehr.Weitere Bilder anzeigen
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16.06.2012 17:41Immer wieder sind Ermittler in den vergangenen Monaten mit Razzien gegen die Rockerszene vorgegangen. Erst im August 2012 hatte...

Auf der Internetseite der Potsdamer Hells Angels hieß es am Sonnabend: „Das Charter Potsdam ist aufgelöst und die dazugehörigen Support Clubs.“ Gründe werden nicht genannt, die Ankündigung findet sich nur versteckt auf der Internetseite. Potsdamer Ermittler rätselten über die Hintergründe. Wie es bei der Polizei hieß, sei kein Verbot der Potsdamer Gruppe geplant gewesen. Das Innenministerium künigte an, die Rocker weiter genau zu beobachten und „die Szene unter Dampf“ zu halten. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei ein als Vereinssitz der Rocker geltendes Lokal in der Potsdamer Charlottenstraße zweimal durchsucht. Dabei waren eine Machete und vier Messer beschlagnahmt worden. Auslöser der Razzien war ein Verbot der Hells Angels in Berlin: Der Senat hatte die einflussreichste Hauptstadt-Gruppe verboten. Mehrere Mitglieder der Berliner Hells Angels und der verfeindeten Bandidos waren zuvor zu den Brandenburger Rockern übergelaufen. Seitdem rumort es in der Szene. Am vergangenen Sonntag war der Chef der Berliner Hells Angels Nomads niedergeschossen worden. Wer hinter der Tat steckt, ist unklar.

Vor wenigen Tagen hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft angekündigt, angesichts der jüngsten Entwicklungen eine „Task-Force Rocker“ einzurichten. Unter der Leitung des stellvertretenden Behördenleiters sollen zehn Staatsanwälte ab sofort sämtliche Ermittlungsverfahren mit Rockerbezug zentral bearbeiten.

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