Berlin : Keine Angst vor Gift im Trinkwasser Nach Fund im Bodensee: Berlin ist gut geschützt

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Könnte jemand das Berliner Trinkwasser vergiften? Der Gedanke scheint nicht abwegig, nachdem an einer Zapfstelle im Bodensee zwei Kanister mit dem Unkrautvernichter Atrazin gefunden wurden. Doch die Berliner Wasserbetriebe (BWB) und unabhängige Experten stellen klar, dass kein Grund zur Sorge besteht.

Anders als in Baden-Württemberg wird das Berliner Trinkwasser seit einigen Jahren nicht mehr aus offenen Gewässern, sondern nur aus Tiefbrunnen gefördert. Diese sind zwar nicht eingezäunt und videoüberwacht wie anderswo, aber sie werden kontrolliert. Die Wasserbetriebe berichten von „großen Investitionen in die Sicherheit“; Einzelheiten nennen sie offiziell nicht. Selbst wenn jemand Gift direkt in einen der 950 Brunnen kippen würde, bestünde nach Angaben von BWB-Sprecher Stephan Natz keine Gefahr: Dank ständiger Messungen würde jede Veränderung spätestens im Wasserwerk erkannt und der Brunnen vom Netz genommen. Chemikalien ließen sich neutralisieren. „Die Größe der Ressource ist der eigentliche Schutz“, sagt auch Ulrich Müller-Wegner, Abteilungsleiter Trinkwasserhygiene im Umweltbundesamt. Die zwei Kanister Gift im Bodensee seien nur dank extrem genauer Messtechnik überhaupt zu orten gewesen. obs

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