• Keine Duldung nach Suizidversuch Abschiebehäftlinge kommen künftig ins Gefängniskrankenhaus

Berlin : Keine Duldung nach Suizidversuch Abschiebehäftlinge kommen künftig ins Gefängniskrankenhaus

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Flüchtlinge, die im Abschiebegewahrsam einen Selbstmordversuch unternommen haben, sollen nach einer Absprache von Justiz und Innenverwaltung künftig in die Krankenhäuser der Justizvollzugsanstalten gebracht werden. Bislang erhielten suizidgefährdete Abschiebehäftlinge automatisch eine Duldung, weil ihre Bewachung in öffentlichen Krankenhäusern nicht gewährleistet werden konnte, sagte der Inspektionsleiter im Landeskriminalamt, Bernd Janke. Im Köpenicker Abschiebegewahrsam gab es in diesem Jahr schon 28 Fälle von Selbstverletzungen. 16 Häftlinge, denen ein Arzt eine Suizidgefahr attestiert hatte, waren danach entlassen worden. Inwieweit bei den Häftlingen wirklich eine Selbstmordabsicht vorgelegen habe, sei im Einzelfall schwer festzustellen, sagte Peter Eggert, Leiter des Köpenicker Abschiebegewahrsams. Möglich sei, dass einzelne Häftlinge so eine Entlassung erzwingen wollten. Dieser Weg sei jetzt „verbaut“, da die Flüchtlinge aus dem Justizkrankenhaus wieder zurück in die Haft kämen. Der Flüchtlingsrat hatte die Haftbedingungen mehrfach kritisiert. Die oft lange Haftdauer erzeuge großen psychischen Druck. frh

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