• Keine Einigung in der Berlichingenstraße in Moabit: Obdachlosen Bewohnern droht der Rauswurf

Keine Einigung in der Berlichingenstraße in Moabit : Obdachlosen Bewohnern droht der Rauswurf

In der Berlichingenstraße in Moabit sollen Obdachlose einer Flüchtlingsunterkunft weichen. Die Bewohner wehren sich - bisher ohne Erfolg.

Julia Bernewasser
Ein Transparent des Bündnisses "Zwangsräumung verhindern".
Ein Transparent des Bündnisses "Zwangsräumung verhindern".Screenshot: Tsp

Ein wenig niedergeschlagen blieben sie am Ende des Gesprächs zurück: Der Wunsch, das Haus an der Berlichingenstraße in Moabit als Verein betreiben zu können, wird sich für die dort lebenden Wohnungslosen wohl nicht erfüllen – vorerst jedenfalls. Am Donnerstag trafen sich die Bewohner, das BündnisZwangsräumung verhindern“ und Bezirksstadtrat Stephan von Dassel (Grüne) mit einer Vertreterin der Hausverwaltung „Berolina“ zum Gespräch.

Geklärt werden sollte, ob die dort lebenden 24 Männer bleiben können. Dem ehemaligen Betreiber „Gästehaus Moabit“ hatte der Eigentümer zum 29. Februar gekündigt. Stattdessen habe er einen Vertrag mit dem Hostelbetreiber „Gikon“ geschlossen, der in dem Gebäude Flüchtlinge unterbringen will. „Wir werden hier gegen die Flüchtlinge ausgespielt“, klagt einer der Bewohner.

Die Bewohner sind geblieben und wehren sich

Der ehemalige Betreiber ist mittlerweile raus, die Bewohner aber sind geblieben und wehren sich gemeinsam mit dem Bündnis „Zwangsräumung verhindern“. Für Donnerstag hatte die Hausverwaltung den ehemaligen Betreiber nun zur Schlüsselübergabe geladen. Stattdessen passten die Bewohner und von Dassel die Hausverwaltung ab.

Ein Verein, bestehend aus Bewohnern, will das Haus sanieren. Die Mitarbeiterin von „Berolina“ habe vorgeschlagen, die Männer in anderen Wohnungen zu dritt oder zu viert unterzubringen. Aber: „Auf das Betreibermodell mit einem Verein lassen sie sich nicht ein“, sagte der Grünen-Politiker später. Steve Rauhut, Unterstützer des Bündnisses, sieht in dem Vorschlag ein Ablenkungsmanöver: „Ich habe die Befürchtung, dass sie uns klein machen wollen.“

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