Berlin : Keine Ente – das größte Fest des Tagesspiegels

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Zum Anfang ein wenig Balsam für die Seelen der rund 1300 geladenen Gäste. „Da Sie ja alle wegen des Tagesspiegels gekommen sind“, sprach Hellmuth Karasek, „kann ich Sie auf höchstem Niveau ansprechen.“ Weiter ging es dann aber doch fröhlich und sehr populär, wie nicht anders zu erwarten bei einem Fest im Zelt von „Pomp Duck and Circumstance“. Garantiert keine Ente: Der Tagesspiegel hat sich gemausert, und Chefredakteur Giovanni di Lorenzo selbst überreichte kurz nach zehn das erste, eben aus der Spandauer Druckerei eingetroffene Exemplar an Innenminister Otto Schily. „Ein Jahr lang haben wir am neuen Tagesspiegel gefeilt, und Sie sind die Ersten, die ihn zu sehen bekommen.“ Walter Momper begrüßte das Projekt: „Ein Lifting ist immer gut, alles muss sich weiter entwickeln, auch eine Zeitung“, sagte er gewissermaßen stellvertretend für die überwiegende Mehrheit der Gäste, die auch die Frage geklärt haben wollten, die Sandra Maischberger stellte: „Ob es über das Styling hinaus auch inhaltliche Veränderungen gibt?“

Bis das neue Produkt die Aufmerksamkeit der Gäste fesselte, war reichlich Zeit für bunteste Ablenkung. Niemand musste bei langen Reden auf ein fernes Buffet warten, denn eine ganze Reihe hochkarätiger Berliner Köche hielt schon zum Anfang feinste Tellergerichte bereit, es wurde gekocht an allen Ecken und Enden des wetterbedingt um ein paar Anbauten ergänzten Zelts, das KaDeWe spendierte Austern ohne Ende. Die Küche stand unter dem Motto „Berlin“, dem Lokalteil also, bei dem bekanntlich besonders heiß gekocht wird. Und dazwischen gab es ein Feuerwerk vieler aktueller Höhepunkte des Berliner Kulturlebens, voran eine beeindruckende Performance der Blue Man Group. Es folgten das Palastorchester mit Max Raabe, das Olympiateam der Sportgymnastik, Sänger der Deutschen Oper, dazu das Team von Pomp Duck mit seinen bewährt überdrehten Nummern.

Innenminister Otto Schily, gerade von einer Dienstreise zurück und noch leicht vom JetLag gezeichnet, blätterte interessiert in der neuen Zeitung, Klaus Wowereit fand Zeit für eine kurze Stippvisite, Eberhard Diegen war da. Altbundespräsident Walter Scheel zeigte seine bekannte Vorliebe für das Berliner Kulturleben, Renate Künast posierte mit Enten, es plauderten und scherzten die Schauspieler Natalia Wörner, Jan-Josef Liefers und Anna Loos. Tagesspiegel-Verleger Dieter von Holtzbrinck saß zusammen mit Bischof Wolfgang Huber, es waren anwesend Journalisten und Verlagsspitzen der Konkurrenz, die mit ebenso großem Interesse wie die Anzeigenkunden und Mitarbeiter des Tagesspiegels selbst das frisch renovierte Exemplar der Zeitung in Augenschein nahmen. Diskussionsstoff für eine lange Nacht: Das größte Fest in der Geschichte der Zeitung hatte gerade erst begonnen. Der Alltag konnte für diese Nacht warten.

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