Berlin : Keine Gnade fürs Grünzeug

Café bepflanzte Trottoir – jetzt drohen Räumtrupps

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Die Gefahr wurde erkannt, nun wird sie gebannt: Das Restaurant „Gusto“ in der Pestalozzistraße muss bis zum heutigen Freitag die StraßenbaumUmzäunungen vor seiner Tür entfernen. „Ansonsten“, so steht es im Brief des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf,würden die eigenen Mitarbeiter dies tun – „auf Ihre Rechnung“. Eine fett gedruckte Warnung, die ihre Wirkung nicht verfehlt. „Ich habe mir sagen lassen, dass das teuer werden könnte“, sagt Gusto-Inhaberin Heike Kähler. Sie hatte die Erde rund um den Baum vor ihrem Lokal auf eigene Kosten begrünt, „weil’s schöner aussieht“, und umzäunt, weil die Hunde immer auf die Blumen machten. Einem Straßenbegeher war diese kleine Farm am Straßenrand als gefährlich erschienen – und er forderte den Rückbau (wir berichteten).

Schon damals hatte sich Heike Kähler über das Missverhältnis erhitzt, dass einerseits bürgerschaftliches Engagement gefordert sei, dies aber, sobald erfolgt, mit bürokratischen Mitteln niedergemacht werde. Wobei dies von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich ist: In FriedrichshainKreuzberg etwa wird die Begrünung der so genannten Baumscheiben durch die Anwohner ausdrücklich gefördert, und auch dass Zäune ums frisch Gepflanzte herumgezogen werden, gilt als selbstverständlich. Die in Charlottenburg-Wilmersdorf erkannte Gefahr, die Zäune stellten „vor allem nachts und in der Dämmerung“ eine „erhebliche Stolpergefahr“ dar, sieht man dort nicht: In den Bereichen, in denen die Privat-Oasen entstünden, gehe ohnehin kaum jemand. Heike Kähler nutzt diese Kreuzberger Lässigkeit nichts. Sie fordert eine berlinweite Regelung. ari

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