• Keine Heimat mehr für Weltmusikfest im Neuen Tempodrom „Heimatklängen“ droht das Aus Senat will kein Geld mehr geben

Berlin : Keine Heimat mehr für Weltmusikfest im Neuen Tempodrom „Heimatklängen“ droht das Aus Senat will kein Geld mehr geben

Christian Beck

14 Jahre nach seiner Gründung steht das Weltmusikfestival „Heimatklänge“ vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem der erste Durchgang am neuen Tempodrom-Standort im vergangenen Sommer trotz Senatsförderung Verluste von 164 000 Euro zu verkraften hatte, stehen die bisherigen Kooperationspartner Tempodrom und Piranha-Kultur vor der Trennung. Produzent Tempodrom hat keine weiteren Fördermittel beantragt, Programmgestalter Piranha verhandelt mit dem Kultursenat über eine weitere Unterstützung durch öffentliche Mittel – doch bisher ohne Ergebnis.

Nachdem sie zur Auffassung gelangt sei, die „Heimatklänge“ funktionierten im Neuen Tempodrom nicht mehr, habe Tempodrom-Pächterin Irene Mössinger laut Piranha-Kultur keine weiteren Fördermittel mehr beantragt. Nachdem man wegen sinkender öffentlicher Zuschüsse im Laufe der Zeit bereits den freien Eintritt beim ehemaligen „Umsonst & Draußen“-Festival aufgeben musste, war im Neuen Tempodrom auch der Open-Air-Charakter verlorengegangen. Die Folge waren dramatische Besucherrückgänge, die eine Kostendeckung für die Zukunft nahezu ausgeschlossen erscheinen lassen.

Piranha hat laut Eigenaussage mehrere alternative Standort-Angebote vorliegen und sei dort auch in der Lage, das Festival im bisherigen Förderrahmen rentabel durchzuführen. Doch da die „Heimatklänge“-Förderung von Seiten des Senats immer als Spielstätten-Förderung des Tempodroms verstanden worden war, sieht man sich in der Kulturverwaltung bisher nicht in der Lage, den Anträgen von Programmgestalter Piranha-Kultur, der die „Heimatklänge“ an anderer Stätte in Eigenregie weiterführen will, zuzustimmen.

Bleibt es auch im weiteren Verlauf der Verhandlungen zwischen Piranha und dem Kultursenat bei dieser Haltung, steht eines der renommiertesten internationalen Weltmusikfestivals vor dem Aus: Die Karriere der Klezmatics nahm im Tiergarten ihren Anfang, heutige Stars der Weltmusik von Baaba Maal bis zu den Afro-Cuban Allstars konnten es als Sprungbrett für internationale Karrieren nutzen.

Und nicht zuletzt sind die „Heimatklänge“ noch immer das publikumsstärkste Weltmusikfestival von allen: Bis zu 100 000 Besucher zogen sie in ihren besten Jahren an. Unzufrieden waren darunter wohl nur die allerwenigsten.

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