Berlin : Keine Lust auf Rush-Hour: Bundestag will Straße verhindern

C. v. L.

"Mit Erschrecken" hat das Bundestagspräsidium festgestellt, dass eine geplante Straße direkt unterm weitem Vordach des Paul-Löbe-Parlamentsneubaus entlangführen soll. Die Baukommission des Bundestags muss weitere Probleme anpacken: Die Fassade des Paul-Löbe-Hauses ist umstritten und Bautermine für das Elisabeth-Lüders-Haus können nicht eingehalten werden.

Besondere Sorgen bereitet, dass ein unmittelbar bevorstehender Straßenbau das fast bezugsfertige Paul-Löbe-Haus der Parlamentarier im Verkehr ersticken lassen könnte. Denn zwischen den Säulen des weit ausladenden Vordaches und einer breiten Glaswand ist zwischen Otto-von-Bismarck-Allee und Paul-Löbe-Allee eine Straße geplant. "Als wir 1996 dem Bebauungsplan zugestimmt haben, hat das keiner gesehen", gab gestern der Vorsitzende der Bundestagsbaukommission, Dietmar Kansy, zu. Der Bundestag hoffe, sich in letzter Minute mit dem Land Berlin auf "verkehrslenkende Maßnahmen" einigen zu können.

Schon jetzt gilt der Verkehr als Belastung. So ist Richtung Westen die Verbindung über Luisen-, Reinhardtstraße, Kronprinzenbrücke, Konrad-Adenauer-Straße und Otto-von-Bismarck-Allee in die Willy-Brandt-Straße (Entlastungsstraße) zu einem vielbefahrenen Schleichweg geworden. Erst recht, wenn die Durchfahrt des Brandenburger Tors gesperrt ist. Sollte vorm Paul-Löbe-Haus die zusätzliche Verbindung zwischen Otto-von-Bismarck-und Paul-Löbe-Allee Richtung Straße des 17. Juni geschaffen werden, dürften die Parlamentarier den Stau vor Augen haben. Das Problem könnte sich noch verschärfen, wenn die Willy-Brandt-Straße vorm Bundeskanzleramt für den Durchgangsverkehr gesperrt wird, der Verkehr damit zielgerichtet die Paul-Löbe-Allee ansteuert und am Bundestagsneubau vorbeikommt. Seine Sichtbetonfassade ist auch ein Problem: Im Bundestag stößt sie auf Kritik, eventuell soll eine Lasur aufgetragen werden. Als "neues Sorgenkind" hat sich das Marie-Elisabeth-Lüders Haus jenseits der Spree entpuppt: Der Bibliotheksbau des Bundestags sollte im Sommer 2002 fertig sein, nun droht eine Verzögerung bis zum Jahresende wegen angeblicher Kapazitätsengpässe der Baufirma. Walter-Bau wiederum verwies auf "unvollständige Planungsunterlagen".

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