Keine Mode am Brandenburger Tor : Fashion Week soll schon wieder umziehen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters fordert: Die Modeveranstaltung soll weg vom Brandenburger Tor. Der Senat sucht Alternativen – aber die Veranstalter sperren sich.

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Wo, bitte, geht’s zum Brandenburger Tor? Wenn das Modezelt im Wege steht, ist die Frage gar nicht so einfach zu beantworten..
Wo, bitte, geht’s zum Brandenburger Tor? Wenn das Modezelt im Wege steht, ist die Frage gar nicht so einfach zu beantworten..Foto: Imago

Die Tage der „Mercedes-Benz Fashion Week“ am Brandenburger Tor sind offenbar gezählt. Erst vor knapp drei Jahren zog das alle halbe Jahr stattfindende Mode-Event, das Teil der größeren Fashion Week ist, vom Bebelplatz auf die Straße des 17. Juni. Dort provoziert es allerdings zunehmend Protest. Nun bekräftigt Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ihre Forderung, dass die Fashion Week umziehen soll. Diese kommerzielle Veranstaltung sei „eines so bedeutenden Baudenkmals wie des Brandenburger Tors unwürdig“.

Hinter den Kulissen sucht die Landesregierung nach einem Alternativstandort – beflügelt durch die Tatsache, dass die nächste Fashion Week im Juli sich mit den letzten Tagen der Fußball-WM überschneidet und die geplante Fanmeile am Brandenburger Tor kaum genug Platz für das große Zelt der Fashion Week ließe. Kritiker des jetzigen Fashion-Week-Standortes hoffen, dass der Umzug in diesem Sommer der Anfang eines dauerhaften anderen Standorts für das Modeevent sei.

Veranstalter der Fashion Week zeigen sich „hartleibig“

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft arbeite „mit Nachdruck mit dem Veranstalter und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an einem geeigneten Ort, der allen Interessen gerecht wird", teilte der Sprecher von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU), Alexander Dennebaum, am Montag mit. Die Veranstalter der Fashion Week zeigten sich allerdings „hartleibig“, heißt es aus Koalitionskreisen. „Die Fashion Week ist national und international ein wichtiger Image- und Wirtschaftsfaktor für Berlin“, sagt der Sprecher der Wirtschaftssenatorin. Jede Fashion Week bringe Berlin eine Wirtschaftsleistung von rund 120 Millionen Euro. Der Wunsch der Fashion Week nach einem prominenten Ort sei daher „absolut nachvollziehbar.“

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Das sieht Kulturstaatsministerin Grütters nicht so. „In anderen Ländern wäre das nicht möglich“, sagte sie am Wochenende bei einem Frühschoppen der CDU. „Niemand würde zum Beispiel in Frankreich auf die Idee kommen, eine Werbeveranstaltung vor den Arc de Triomphe zu inszenieren.“ Die Straße und der Platz am Brandenburger Tor gehörten „den Berlinern, nicht Sponsoren“.

Nur für die Allgemeinheit

Für den im Bezirk Mitte für Stadtentwicklung zuständigen Stadtrat Carsten Spallek hingegen ist die Fashion Week eine Veranstaltung von „herausragender Bedeutung“, was eines der Kriterien ist, um den begehrten Platz am Brandenburger Tor zu bekommen. Ähnlich sieht das der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD im Abgeordnetenhaus, Frank Jahnke. Sein für Verkehrspolitik zuständiger Parteifreund Ole Kreins hingegen befürwortet einen Umzug. Auch der CDU-Stadtentwicklungspolitiker Stefan Evers fordert seit längerem, die prominente Fläche nur noch Veranstaltungen anzubieten, die für die Allgemeinheit zugänglich seien – was die Fashion Week nicht ist.

Der CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici regt an, die Sondernutzungsgebühren für das Areal zu erhöhen und strenger zwischen kommerzieller und allgemeiner Nutzung zu unterscheiden, um die Fashion Week zum Umzug zu bewegen. Die Sprecherin der Fashion Week gab auf Nachfrage keine Stellungnahme zum Thema ab.

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