Keine Verlegung : Busse stoppen weiter vor Scientology-Zentrale

Eigentlich wollte der Bezirk die Haltestelle vor der Scientology-Zentrale verlegen. Daraus wird nun nichts - die BVG sieht keinen Grund.

Scientology
Die Scientology-Zentrale in Berlin: Hier werden auch weiterhin Busse der BVG halten. -Foto: ddp

Die Bushaltestelle vor der Scientology- Zentrale in der Charlottenburger Otto-Suhr-Allee wird wohl bleiben, wo sie ist. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Charlottenburg-Wilmersdorf hat zwar Mitte November den Beschluss gefasst, die Haltestelle zu verlegen, aber der BVG ist die Sache zu teuer. Auch sieht man den Bedarf nicht.

Mit der Verlegung des Haltestellenhäuschens sei es nicht getan, sagt jetzt eine BVG-Sprecherin: Die Ampel müsse neu getaktet und der Straßenbelag verändert werden. Man müsse mit Kosten von mindestens 10 000 Euro rechnen. Laut Verkehrsvertrag zwischen dem Land Berlin und der BVG zahle das Land nur dringend notwendige Ausgaben. Dazu gehört laut Stadtentwicklungsverwaltung die Verlegung der Scientology-Haltestelle nicht. Die BVG müsste für die Kosten also selbst aufkommen.

Nachdem der Bezirk die Verlegung der Haltestelle beschlossen hatte, ließ die BVG Mitarbeiter Streife laufen und stellte fest, dass sich keine Scientologen mehr „im Haltestellenbereich aufhalten“, sagt die BVG-Sprecherin. Auch hätten sich keine Kunden mehr beschwert. Außerdem könne man den Bus-Stopp nur hundert Meter verlegen, denn der Senat schreibt die Abstände zwischen den Haltestellen vor. Nach Ansicht der BVG-Sprecherin ändern „hundert Meter sowieso nichts. Da verlagert man die Aufmerksamkeit nur.“ Scientology-Mitarbeiter könnten wohl auch hundert Meter weiter laufen, um die Aussteigenden anzusprechen.

Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen in der Charlottenburger BVV wollen die Haltestelle verlegen, weil die Aussteigenden von Scientology-Mitarbeitern mit Werbematerial bedrängt würden. Auch wolle man die Kinder schützen, die dort aussteigen und in die nahe gelegene Ludwig-Cauer-Grundschule gehen. Auch der Schulrektor und der Jugendstadtrat Reinhard Naumann (SPD) hatten sich für die Verlegung der Haltestelle ausgesprochen. clk

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