Berlin : Kennen lernen

Wer sich gesellt, wüsste oft gerne, was der andere mag. Und was er nicht mag. Bea Schnippenkoetter fragt jede Woche einen Prominenten. Kenneth Turan ist ein Kenner Hollywoods. Der Amerikaner hält sich gerade in Berlin auf, als Mitglied der Jury der 52. Internationalen Filmfestspiele, die heute mit der großen Preisverleihung zu Ende gehen. Kenneth Turan ist Filmkritiker der "Los Angeles Times" und Buchautor. In Kürze erscheint "Sundance to Sarajewo: Film Festivals and the World They Made". Kenneth Turan ist verheiratet und lebt in Los Angeles. Foto: Berlinale

Was ich (an Hollywood) mag

1. Hollywood besitzt eine große handwerkliche Tradition - eine Könnerschaft, was die physische Seite des Filmemachens angeht.

2. Hollywood macht Filme, die das Publikum aus aller Welt sehen will.

3. Hollywood ist dazu imstande, junge Leute zu prägen, egal, woher sie stammen.

4. Hollywood hat einen unvergleichlichen Sinn für Spektakel und Verkaufe.

5. Hollywood verleibt sich gerne Regisseure, Schauspieler, Techniker und selbst Filmstile von überall her ein.

Was ich (an Hollywood) nicht mag

1. Hollywood unterschätzt Autoren und ihren entscheidenden Beitrag zum Filmemachen.

2. Hollywood hat wenig Interesse für oder Mitgefühl mit dem Rest der Welt, es sei denn als Markt.

3. Hollywood denkt, ein guter Film sei ein Film, der Geld macht.

4. Hollywood setzt auf immer größere Gewalt, weil sich das verkauft.

5. Hollywood ermutigt eine Art beiläufiger Amoralität, die so ansteckend ist, dass das Konzept der Lüge nicht einmal existiert.

Mein Tipp für eine gute Ehe:

Kommunikation, Umarmungen, Freude an der Andersartigkeit des Partners.

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