• Kennzeichen CD - Die Welt in Berlin Teil 2: Singhalesen und Tamilen: Jeder geht seiner Wege

Berlin : Kennzeichen CD - Die Welt in Berlin Teil 2: Singhalesen und Tamilen: Jeder geht seiner Wege

1978 gründeten 70 Srilankaner unterschiedlich

1978 gründeten 70 Srilankaner unterschiedlicher ethnischer Gruppen die Sri Lanka Association Berlin. In dem "Verein zur Förderung der kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Sri Lanka und Deutschland" finden in Berlin lebende Landsleute ein Podium. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden.

In Sri Lanka leben unterschiedliche Volksgruppen zusammen. Wie sind diese in Berlin vertreten?

In meiner Heimat leben buddhistische Singhalesen, sowie Tamilen, die Hindus sind. Außerdem gibt es auch Muslime und Christen. Die buddhistischen Singhalesen sind in Sri Lanka in der Mehrheit, sie machen 78 Prozent der Bevölkerung aus. Hier in Berlin schrumpfen sie allerdings zu einer Minderheit von derzeit etwa 200 Personen. Dagegen leben in der Stadt fast 2000 Tamilen. Viele von ihnen sind nach dem Bürgerkrieg 1977 als Flüchtlinge hergekommen, während die Singhalesen meistens hier studieren und Deutschland anschließend wieder verlassen.

Wie sind in Berlin die Beziehungen zwischen den beiden rivalisierenden Gruppen?

Konflikte gibt es keine, aber jeder geht seine eigenen Wege. In der Sri Lanka Association Berlin sind nur Singhalesen. Das liegt nicht daran, dass wir die Tamilen ausgrenzen wollen. Aber es gibt viele Barrieren: Die Tamilen sprechen nicht die gleiche Sprache, haben eine andere Religion und schließlich auch einen anderen gesellschaftlichen Status. Sie sind oft einfache Arbeiter, die Auslands-Singhalesen dagegen überwiegend Akademiker. Deshalb haben die in Berlin lebenden Tamilen ihren eigenen Verein gegründet, zu dem wir allerdings freundschaftliche Beziehungen haben. Der zur Zeit amtierende Botschafter Sataratilake Atugoda ist ein buddhistischer Singhalese.

Hat das einen Einfluss auf das Leben der Srilanker in Berlin?

Sicher nicht in dem Sinn, dass irgend jemand diskriminiert oder bevorzugt wird. Allerdings interessiert sich der jetzige Botschafter als bekennender Buddhist natürlich stärker für die religiösen Belange der Singhalesen. So hat er angeregt, dass einmal im Monat eine Diskussion des Mönchs mit den Gläubigen, stattfindet. Der Botschafter nimmt selbst daran teil.

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