Berlin : Kfz-Zulassungsstellen: PRO von Cay Dobberke

Seinen Wohnsitz kann jeder Berliner in einem nahe gelegenen Bürgeramt an-, um- und abmelden - sein Auto oder Motorrad nicht. Warum es die eine Amts-Dienstleistung in Dutzenden von Anlaufstellen gibt, die andere aber nur in zwei Kfz-Zulassungsstellen, ist rätselhaft. Denn die Besucher von Behörden wünschen sich kurze Wege und Wartezeiten, und genau dafür wurden die Bürgerämter geschaffen. Ohne die Kfz-Zulassung fehlt dort nicht nur irgendein Behörden-Service, sondern einer der gefragtesten.

Zum Thema Ted: Sollen die Kfz-Zulassungsstellen dezentralisiert werden? Angeblich sprechen Sicherheitsprobleme gegen die Dezentralisierung: Blanko-Papiere könnten leichter gestohlen werden. Doch die Meldestellen wurden schon den Bezirken übertragen, ohne dass Ausweise und Pässe in Gaunerhände gerieten. Bezirksbeschäftigte würden mit den Aufgaben der Kfz-Ämter überfordert, lautet ein weiterer Einwand. Aber das heißt doch nur: Das Personal der Bürgerämter müsste verstärkt und geschult werden. Oder das Einwohneramt schickt erfahrene Beamte dorthin. Den Beweis, dass sie es besser kann, hat die Senatsbehörde aber lange nicht geliefert. Erst jetzt scheint sie das Chaos in ihren Kfz-Stellen, speziell in Kreuzberg, allmählich in den Griff zu bekommen. Sinnvoll wäre die Dezentralisierung schon seit vielen Jahren. Als die Meldestellen noch dem Einwohneramt und damit der Innenbehörde unterstanden, hätte man dieselben Räume gleich auch als Kfz-Amt nutzen können - eine vertane Chance.

In Dortmund bieten jetzt alle Bezirksverwaltungen die Zulassungen an. Im vorherigen Modellversuch hätten die Bürger "mit den Füßen abgestimmt", lautet die offizielle Bilanz. Die neue Zuständigkeitsverteilung verursachte nicht einmal Mehrkosten. Sollte in Berlin wirklich so schwer sein, was in Dortmund funktioniert?

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben