Berlin : Kidnapping: Bewährung für Kindesentführer

Wegen Kindesentziehung ist ein 38-jähriger Mann am Montag vom Berliner Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Der Sozialhilfeempfänger hatte im September 1998 im Görlitzer Park eine Siebenjährige angesprochen, weil sie sich beim Spielen nass gemacht hatte. Er hatte sie mit in sein Wohnheim nach Friedenau genommen und ihr dort die Beine rasiert. Ungeklärt blieb in dem Prozess, ob das Kind freiwillig mitgegangen war oder gezwungen wurde.

"Man kann kaum glauben, dass sie das Mädchen wegen der nassen Sachen mitgenommen haben. Die vernünftigere Vatiante wäre gewesen, das Kind zu den Eltern zu bringen oder bei den Betreuern des Bauernhofes abzugeben, wo das Kind gespielt hatte", sagte der Richter.

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Die Siebenjährige hatte sich drei Stunden in der Wohnung des Mannes aufgehalten. "Es bleibt ein ungutes Gefühl, wenn man daran denkt was bei ihnen gefunden wurde" sagte der Richter. Die Polizei hatte im Zimmer des Mannes einen Sack voller Kinderkleider, Schminksachen, Kinderpornofotos und Zeitungsartikel über Kindesmissbrach gefunden. Der Maler hatte im Verfahren mehrfach betont, dass er ein "ganz normaler Mann sei, der Frauen liebe und Kindern nur helfen wolle". Auch der Gutachter hatte eine pädophile Neigung verneint.

Im weiteren wurde der Angeklagte wegen Beleidigung und versuchter Körperverletzung eines elfjährigen Mädchens schuldig gesprochen. Zwei Monate zuvor hatte er auf offener Strasse ein Mädchen beschimpft und versucht, es vom Fahrrad zu stoßen. Das Gericht erteilte die Auflage, sich zukünftig von Kindern fern zu halten. Außerdem wurde er angewiesen, sich einer ambulanten therapeutischen Behandlung zu unterziehen.

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