Berlin : Kieperts Kunden nehmen Abschied

In der Buchhandlung an der Hardenbergstraße wird jetzt auch die Einrichtung verkauft

Bianca Weber

Die Bücher sind längst weg. In der Buchhandlung Kiepert an der Hardenbergstraße stehen nur noch Regale, Karteikästen, Stühle und allerlei Kleinzeug. Seit drei Tagen wird die gesamte Einrichtung verkauft. Peter Schild steht mit einer Kiste voll Kleinkrams im Laden. Er möchte eigentlich gern noch ein paar Bücher mitnehmen, doch die gingen an den Verlag zurück, sagt ihm ein Mitarbeiter. Schild wurde durch die Aushänge am Eingang auf den Verkauf aufmerksam. Da wollte er mal schauen, was es gebe. „Dass es Kiepert nicht mehr gibt, ist eine Katastrophe. Man konnte hier so schön rumstöbern.“ Peter Schild war Stammkunde. „Ich kann mich nicht durchringen, woandershin zu fahren“, sagt Schild.

Die Firma Waitz & Richter wurde von Kieperts Insolvenzverwaltern mit der Abwicklung beauftragt. „Es ist sehr gut gelaufen. Wir wurden förmlich überrannt“, sagt ein Mitarbeiter von Waitz & Richter. Unter den Interessenten seien auch viele Händler gewesen.

Auch die Architektur-Studentin Berit Vogtländer besuchte Kiepert regelmäßig – wegen der Lage des Ladens. „Ich studiere an der Technischen Universität. Das war optimal.“ Auch die fachliche Kompetenz hatte sie überzeugt. Hier konnte sie nach einem Architekturfachbuch fragen und wurde gleich in die richtige Etage geschickt. Beim Räumungsverkauf hat sie sich einige Archivboxen ausgesucht. „Den Preis habe ich gerade ausgehandelt.“

Peter Schild suchte zunächst vergebens nach jemandem, der Auskünfte geben konnte. Mitarbeiter sind kaum noch zu sehen. „Es gibt noch zwei feste Mitarbeiter“, sagt eine Aushilfe. Die sind aber schwer zu finden. Sie müssen sich jetzt um die Abwicklung kümmern.

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