Kinder : Erstklässler sind besser vorbereitet als noch vor Jahren

Untersuchungen zeigen, dass Kinder auch dank Kita gesünder und sprachlich gewandter sind. 85 Prozent der Grundschulen setzen mittlerweile auf das jahrgangsübergreifende Lernen.

Nana Heymann

Knapp 24 000 Erstklässler feiern derzeit ihre Einschulung, für sie beginnt ab Sonnabend ein neuer Lebensabschnitt. Mit Beginn dieses Schuljahres beteiligen sich weitere 58 Grundschulen am sogenannten jahrgangsübergreifenden Lernen (JüL), bei dem Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden. Damit steigt der Anteil auf 85 Prozent: Von den 367 Grundschulen setzen 314 auf JüL.

Kinder, die mehrere Jahre eine Kita besuchen, haben bei der Einschulung bessere Voraussetzungen. Sie sind gesünder und verfügen über bessere Sprachkenntnisse und Körperkoordination. Das geht aus den aktuellen Ergebnissen der Einschulungsuntersuchungen 2008 hervor. Demnach entscheidet nicht nur der Kita-Besuch über die Startchancen, sondern auch die soziale Herkunft. Zu den Problembezirken gehören Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Besonders gut bei der verpflichtenden Untersuchung haben Kinder aus Pankow und Steglitz-Zehlendorf abgeschnitten. Insgesamt wurden 26 390 Kinder untersucht, das Durchschnittsalter lag bei fünf Jahren und acht Monaten.

Laut Bericht ist der Anteil übergewichtiger Kinder im Vergleich zu 2007 leicht zurückgegangen und liegt nun bei elf Prozent – im Jahr zuvor waren es noch zwölf Prozent. Auch die Körperkoordination hat sich verbessert. 2008 verfügten 75 Prozent der Untersuchten über ein gutes Koordinationsvermögen, 2005 waren es noch 68 Prozent. Außerdem haben Kita-Kinder gesündere Zähne. Besonders positiv wirkt sich der Besuch auf die Entwicklung der Sprachfähigkeiten aus, insbesondere bei Kindern nichtdeutscher Herkunft. Zwei Drittel der Erstklässler, die vor der Einschulung mehr als zwei Jahre in der die Kita waren, verfügten über sehr gute Deutschkenntnisse. Bei Altersgenossen, die keine Kindertagesstätte besucht hatten, war es nicht mal die Hälfte. „Gerade die Ergebnisse zur Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund stimmen hoffnungsvoll“, sagt Jens Stiller, Sprecher der Bildungsverwaltung.

Unterschiede gibt es je nach sozialer Zugehörigkeit auch hinsichtlich des Medienkonsums. Fast ein Drittel aus der unteren sozialen Schicht besitzen einen eigenen Fernseher, 14 Prozent von ihnen schauen täglich bis zu drei Stunden fern. Bei der Oberschicht verfügen lediglich 3,7 Prozent über einen eigenen Apparat, der Konsum ist hier deutlich niedriger.

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