Kinder- und Jugendanstalten : Geschlossene Heime in Deutschland

DIE HAASENBURG GMBH

Das Unternehmen betreibt in Brandenburg drei Jugendhilfeeinrichtungen:

in Jessern, Neuendorf im Unterspreewald (Dahme- Spreewald) und in Müncheberg (Märkisch-Oderland). Dort gibt es 114 Plätze, davon sind 56 für die geschlossene Unterbringung vorgesehen. Die Firma gilt als Marktführer. 79 Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren sind dort derzeit untergebracht. Sie stammen aus allen Bundesländern bis auf Bremen und Schleswig-Holstein. Die meisten kommen aus Hamburg (14), aus Brandenburg sind es sechs, aus Berlin drei. Für einen Platz zahlen die Jugendbehörden in den Ländern mehr als 300 Euro pro Tag. Kritiker sprechen von Abschiebepraxis und einer „Gelddruckmaschine“. Die Hamburger Linksfraktion kritisiert, es werde zu wenig Fachpersonal eingesetzt, um die Fälle angemessen zu behandeln. Das Landgericht Cottbus hatte 2008 in einem Urteil Zweifel an den Methoden geäußert.

RECHTLICHE GRUNDLAGE

Für Kinder und Jugendliche kann bei so genannter Selbst- und Fremdgefährdung eine geschlossene Unterbringung von den Jugendämtern beantragt werden, ein Gericht muss dem zustimmen. Auch die Zwangsmaßnahmen, die in einer akuten Situation ergriffen werden, müssen genehmigt sein.

DDR-JUGENDWERKHÖFE

Die Jugendwerkhöfe waren die Spezialheime der Jugendhilfe in der DDR. Eingewiesen wurden Jugendliche, die aus Sicht der DDR-Pädagogik als schwererziehbar galten und nicht dem Idealbild einer sozialistischen Persönlichkeit entsprachen. Sie sollten umerzogen werden – mit drastischen Strafen wie Schlägen und Isolation. axf

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