Kinderbetreuung : SPD will Tageseltern für die Nacht

Die Jugendverwaltung von Sandra Scheeres (SPD) hat eine neue Idee zur Verbesserung der Kinderbetreuung: Es soll einfacher werden, Kinder nachts und am Wochenende von Tageseltern betreuen zu lassen.

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Die SPD will Tageseltern für die Nacht.
Die SPD will Tageseltern für die Nacht.Foto: picture alliance / dpa

Was der Senat plant
Die Jugendverwaltung von Senatorin Sandra Scheeres (SPD) plant keine 24-Stunden-Kitas (wofür sich die CDU ausspricht), sondern hat etwas anderes zur Verbesserung der Kinderbetreuung vor: Es soll für Eltern einfacher werden, ihre Kinder abends, nachts oder am Wochenende von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreuen zu lassen – und zwar flexibel und im Haushalt der Eltern.

Dass sie zu diesen Zeiten Betreungsbedarf haben, müssen die Eltern nachweisen, beispielsweise mit einer Bescheinigung über ihre Arbeitszeiten. Ein entsprechendes Modellprojekt soll 2016/2017 starten. Dazu soll ein Servicebüro mit zwei Sozialarbeitern und einer Verwaltungskraft eingerichtet werden, das Eltern berät und ihnen Betreuer vermittelt.

381 000 Euro sind für das Projekt, eine Informationskampagne und Qualifizierungsmaßnahmen für Tageseltern veranschlagt. Schon jetzt können Eltern die ergänzende Kindertagespflege in Anspruch nehmen. Von diesem Angebot wissen aber viele Eltern nichts, nur etwa 500 Familien nehmen es in Anspruch.

Wie Berliner Eltern über 24-Stunden-Kitas denken
Die CDU will wie berichtet pro Bezirk eine 24-Stunden-Kindertagesstätte einrichten. Und was sagen Eltern zu der Idee, ihre Kinder auch nachts in der Kita betreuen zu lassen? Wir haben nachgefragt. Eine Bildergalerie.Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: Jens Büttner/dpa
06.11.2015 17:16Die CDU will wie berichtet pro Bezirk eine 24-Stunden-Kindertagesstätte einrichten. Und was sagen Eltern zu der Idee, ihre Kinder...

Was Eltern und Ämter sagen

Die Senatsverwaltung hat Jugendämter, Träger, Unternehmen und Eltern befragt, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden kann. „Es hat sich herausgestellt, dass die 24-Stunden-Kita eben nicht dem Wunsch der Eltern entspricht“, sagt Scheeres. Die Jugendämter haben darauf hingewiesen, dass für die Betreuung zu ungewöhnlichen Zeiten mehr Tagespflegepersonen gewonnen werden müssten – und dafür deren Bedingungen verbessert werden müssten.

Was der Bund tut
Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will Kitas fördern, die ihre Öffnungszeiten ausweiten. Für das 100-Millionen-Euro-Programm können sich Kitas aus ganz Deutschland bewerben.

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