Kinderfest : Spiel und Spaß bei "23 Nisan"

Auf dem Areal zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule wird am Wochenende das Internationale Kinderfest "23 Nisan" gefeiert. Zahlreiche Attraktionen warten auf kleine und große Besucher.

Berlin - Jenny, Ally und ihre Berliner Mädchenclique stehen bereits ab zehn Uhr am Brandenburger Tor. Die 15- und 16-Jährigen im bauchfreien Top warten auf Lexington Bridge und Part Six - zwei Jungsbands, die gleich zum Soundcheck auf die Bühne treten werden. Anlass ist "23 Nisan", der türkische Kindertag. An diesem Wochenende sorgt er auf der Straße des 17. Juni für das nach Angaben der Veranstalter größte Kinderfest Deutschlands.

Mittlerweile wird es zum 15. Mal in Berlin gefeiert. Ausrichter ist das Netzwerk türkischstämmiger Hochschulabsolventen (EATA). "'23 Nisan', also 23. April, wurde 1923 vom türkischen Staatsgründer Kemal Atatürk angeregt", sagt Ayten Yildirim. Die Mutter will ihren zwei Töchtern zeigen, "was '23 Nisan' ist". In die Türkei reisten am 23. April traditionell Kinder aus aller Welt.

700.000 Besucher erwartet

Ähnlich wird auch die Berliner Festfläche zwischen Platz des 18. März und Siegessäule von Menschen mit verschiedenen Muttersprachen erobert. Am Vormittag dominieren noch Russisch und Deutsch. Das Ehepaar Nerling flaniert mit seinen Enkeln Hannes und Nina schon vor dem großen Ansturm über das Areal. Immerhin erwarten die Veranstalter an beiden Tagen insgesamt 700.000 Besucher.

Auch der deutsch-türkische Freundschaftsverein Berlin-Mersin hat seinen Stand aufgebaut. Mersin, eine Gemeinde an der syrischen Grenze, tausche sich mit der in Pankow beheimateten Gruppe zu kommunalpolitischen Fragen aus, erklärt Vorsitzender Rudi Blom. Im Nachbarzelt verkaufen Pankower Quietsch-Entchen. Die Gummitiere sollen Mitte Juni auf der Panke zu Gunsten des Vereins "Deutsche Kinderhilfe Direkt" um die Wette schwimmen.

"Ruft doch alle mal buh!"

Auf dem Nisan-Fest buhlen drei Bühnen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Direkt am Brandenburger Tor präsentieren sich die Macher der Kindersendung Tivi des Hauptpartners von "23 Nisan", dem ZDF. Zu sehen ist auch die Märchenfigur Tabaluga, deren Erzrivale Schneemann Arctoss mit einem "Ruft doch alle mal buh!" begrüßt wird.

Dass das pädagogisch agierende Drachenkind inzwischen auch eine kommerzielle Marke darstellt, zeigt ein eigenes Tabalula-Forum, eine Art Zeltstadt. Dort werden Plüschpuppen des Kinderlieblings sowie Kassetten und DVD mit Tabaluga-Geschichten angeboten. Bescheiden wirken dagegen eine benachbarte mongolische Jurte oder Einladungen der Deutsch-Aserbaidschanischen Kulturinitiative zum Tee.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen demonstriert derweil mit einem "Kariestunnel" und Gratis-Zahnbürsten richtige Zahnpflege. "Immer mehr Kindern muss das erst beigebracht werden", sagt Sprecherin Elke Schlinkert. Gerade sozial benachteiligte Mädchen und Jungen, darunter viele ausländische Kinder, hätten hier Defizite. Letztere pflegten allerdings eher kulturell bedingt andere Putz- und Speisegewohnheiten, sagt die Expertin.

Otto vertritt Knut

Selbst ein Eisbär ist beim Berliner Kinderfest präsent. Der heißt nicht Knut, sondern Otto und ist schon lange Maskottchen des Rostocker Zoos. Die Hansestädter locken mit Maltischen und laden zu Touren mit Spielzeugautos über Fotos des Warnow-Tunnels ein. Parallel schlendern als Puppen Maria, die Möwe, und Viktor, der Rabe, übers Fest. "Sie bewerben Mecklenburg-Vorpommern als Familienreiseland", sagt Projektleiterin Mirka Vaarnas. "Gerade für Großstädter sind die vielen Ferienanlagen an den 1700 Kilometern Küste und 2700 Seen ideal." (Von Torsten Hilscher, ddp)

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