Kinderleiche in Erkner : Die Polizei ermittelt gegen die Mutter

Nach dem Fund eines toten Kleinkinds in Erkner steht die Mutter im Verdacht, ihre Tochter umgebracht zu haben. Gegen die 20-Jährige wird wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt. Die Frau ist aber nicht vernehmungsfähig.

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Die Mutter des vierjährigen Mädchens, das am Sonnabend tot in einer Wohnung in Erkner im Landkreis Oder-Spree aufgefunden wurde, ist am Sonntag in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden. Damit habe man auf den „sehr, sehr angeschlagenen psychischen Zustand“ der 20-Jährigen reagiert, teilte Ulrich Scherding, Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Montag mit. Vernommen worden sei die Frau noch nicht. Die junge Mutter steht unter Verdacht, ihre Tochter getötet zu haben. Ermittelt werde wegen des Verdachts des Totschlags, bestätigte Staatsanwalt Scherding.

Informiert wurde die Polizei am Sonnabend laut Staatsanwaltschaft von der Großmutter des toten Mädchens. Demnach habe die 20-jährige Verdächtige zuvor ihre Mutter an der Ostsee angerufen und dabei erzählt, dass „etwas passiert“ sei. In der Wohnung traf die Polizei auch die junge Mutter an.

Wie berichtet wurde die Leiche des vierjährigen Mädchens noch am Sonntag obduziert. Zu der möglichen Todesursache und dem Tathergang sowie zu eventuellen Spuren von Gewalteinwirkung an der Leiche machte die Staatsanwaltschaft mit Verweis auf die ausstehende Vernehmung der Mutter keine Angaben. Berichte der „Bild“-Zeitung, wonach das Mädchen am Samstagmorgen mit einem Kissen erstickt worden sei, wollte Scherding am Montag weder dementieren noch bestätigen. Unkommentiert blieben auch Informationen, wonach die Mutter manisch depressiv sowie drogen- und medikamentenabhängig sei.

Derzeit sind die Ermittler nach Auskunft Scherdings dabei, den persönlichen Hintergrund der arbeitslosen 20-Jährigen zu durchleuchten – „zum Beispiel, ob die Frau dem Jugendamt in Erkner oder aber in ihrer Heimat bekannt ist.“ Schließlich sei die junge Mutter erst vor einigen Monaten nach Erkner gezogen, sagte Scherding. Sie habe zwar einen Lebensgefährten, mit dem sie aber nicht zusammen wohne.

Der Mann, der nicht der Vater des Kindes sei, konnte, anders als die Mutter, inzwischen bereits vernommen werden, teilte Ulrich Scherding weiter mit. Es bestehe aber derzeit kein Verdacht, dass der Mann etwas mit dem Tod des Mädchens zu tun zu habe.

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