Berlin : Kinderleichen in ausgebranntem Auto gefunden

Schwerverletzter Vater wird auf der Autobahn aufgegriffen. Der Däne führt die Polizei in den Wald – dort entdecken die Ermittler zwei Tote in einem Wrack

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Das Wrack auf dem Waldweg wurde von Ermittlern untersucht.Foto: dapd
Das Wrack auf dem Waldweg wurde von Ermittlern untersucht.Foto: dapdFoto: dapd

Börnicke – In einem Wald nahe der Autobahn A 24 nach Hamburg sind am Freitagmorgen die Leichen zweier Kinder in einem ausgebrannten Auto gefunden worden. Die Hintergründe sind unklar. Ein Autofahrer hatte gegen 4 Uhr früh an der Autobahn einen winkenden Mann am Fahrbahnrand gesehen, seinen Wagen gestoppt und den Mann angesprochen. Dieser hatte schwere Brandverletzungen, habe sehr verwirrt gewirkt und auf Englisch von „meinen Kindern“ gesprochen. Der Zeuge alarmierte die Polizei.

Gut zwei Kilometer entfernt fanden die Beamten durch einen Hinweis des Mannes ein vollständig ausgebranntes Fahrzeugwrack mit dänischem Kennzeichen. Der schwerverletzte Mann wurde mit einem Notarztwagen in das auf Brandverletzungen spezialisierte Unfallkrankenhaus Berlin gebracht. Der Mann hat nach Angaben der Klinik Brandverletzungen zweiten und dritten Grades an den Händen und im Gesicht und wird intensivmedizinisch betreut.

Nach Angaben der Potsdamer Staatsanwaltschaft hatte das ausgeglühte Auto keinerlei Unfallspuren, die Türen sollen offen gestanden haben. Die Leichen sollen am Sonnabend obduziert werden; ein Ergebnis wird es wohl erst am Montag geben. Dass es sich um zwei tote Kinder handelt, wie die Polizei vor Ort berichtete, wollte die Staatsanwaltschaft zumindest offiziell nicht bestätigen. Bei der Obduktion solle auch geklärt werden, ob die Personen noch lebten, als das Auto angezündet wurde.

Vorstellbar sei das Szenario, dass der Mann sich mit den beiden Kindern in dem abgelegenen Waldstück verbrennen wollte und im letzten Moment einen Rückzieher machte. Die schweren Brandverletzungen an beiden Händen könnten daher rühren, dass der Mann seine Kinder doch noch retten wollte. Hinweise auf eine weitere Person gibt es nicht, vermutlich war der Mann alleine mit seinen Kindern unterwegs. Wo sich die Mutter der Kinder aufhält, war nicht zu erfahren.

Gegen einen Unfall und für eine gezielte Tat spreche der abgelegene Ort im Wald, etwa zwei Kilometer von der Autobahn entfernt und zudem die nächtliche Uhrzeit.

Auch Ermittler verwiesen auf einen Fall in Schönefeld vor ziemlich genau zwei Jahren. Im August 2009 waren dort eine Mutter und ihre drei Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren in einem ausgebrannten Auto tot entdeckt worden. Die Frau hatte sich mit ihren Kindern verbrannt. Die Polizei hatte später einen Abschiedsbrief in der Wohnung der Familie entdeckt. Der Brief war von der verzweifelten Mutter verfasst worden und hatte sich an ihren Ehemann gerichtet.

Im Fall Börnicke gibt es aber bislang keine Ermittlungen gegen den Mann, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Offiziell gilt er als nicht identifiziert. Vermutlich sei er jedoch der Halter des Wagens, ein 40-Jähriger aus einer Kleinstadt nahe der Ostsee. Die Brandenburger Kripo leitete eine intensive Spurensicherung ein. So wurde der etwa zwei Kilometer lange Waldweg zwischen dem Autowrack und der Autobahn mit Spürhunden abgesucht. Das Wrack wurde mit einem Zelt abgedeckt, damit ein Regenguss keine Spuren zerstört. Der 40-Jährige konnte noch nicht befragt werden. Ihm wurden schon bei der Erstversorgung durch den Notarzt wegen der schweren Brandwunden starke Schmerzmittel gegeben. Unklar blieb bis zum Freitagabend, ob der Mann Papiere bei sich hatte.

Die Ermittlungen haben die Staatsanwaltschaft Potsdam und das Kriminalkommissariat „Schwere Kriminalität“ des Schutzbereiches Ostprignitz-Ruppin übernommen. Die Ermittler stehen mit den dänischen Behörden in engem Kontakt.

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