Berlin : Kindertagesstätten werden am Mittwoch bestreikt

Die Gewerkschaften rufen erneut zu Protestaktionen auf

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Im Berliner öffentlichen Dienst steht am kommenden Mittwoch wieder ein Warnstreik bevor. Nachdem die Tarifverhandlungen mit dem Senat in der vergangenen Woche ergebnislos vertagt worden waren, rufen die Gewerkschaften Verdi, GEW und GdP ihre Mitglieder erneut zu Protestaktionen auf. Anders als beim letzten Mal wird der Warnstreik zwischen 6 und 11 Uhr auch auf die städtischen Kindertagesstätten ausgeweitet. Ob Notdienste eingerichtet werden, stand gestern noch nicht fest. Die Eltern seien aber in Briefen über die Protestmaßnahmen informiert worden, hieß es bei der GEW. Weiter werden Verwaltungseinrichtungen, die Werkstatt der Feuerwehr in Spandau, die Gefangenensammelstelle in den Polizeidirektionen, die Parkraumüberwachung, einzelne Oberstufenzentren sowie einige EuropaSchulen bestreikt.

Die Gewerkschaften erwarten, dass sich insgesamt mehrere tausend Beschäftigte aus den verschiedenen Bereichen an den Aktionen beteiligen. Am Vormittag soll zwischen 9 und 10 Uhr eine zentrale Kundgebung auf dem Marlene-Dietrich-Platz stattfinden. Die Innenverwaltung sieht dem Warnstreik gelassen entgegen. Man rechne nicht mit einer großen Beteiligung, sagte Sprecher Peter Fleischmann.

Wann die Tarifverhandlungen für die rund 100 000 Arbeiter und Angestellten des Landes und der Hochschulen mit dem Senat wieder aufgenommen werden, steht noch nicht fest. In der letzten Tarifrunde hatte es nach Angaben beider Seiten keine Annäherung gegeben. Während die Gewerkschaften lediglich zu befristeten Gehaltseinbußen bei Freizeitausgleich bereit sind, hält der Senat an seiner Forderung nach tiefen Einschnitten beim Weihnachts- und Urlaubsgeld fest.

Bereits Anfang März hatte es einen ersten Warnstreik gegeben, unter anderem hatten sich die Beschäftigten in den Bürgerämtern und im Immatrikulationsbüro der FU sowie die Politessen daran beteiligt. Allerdings war diese Arbeitsniederlegung nur auf geringe Resonanz gestoßen. sik

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