Kindesmord : Polizei wertet Spuren aus

Zwei Tage nach dem Mord an einem Jungen aus Zehlendorf hat die Polizei die Spurensuche fortgesetzt. Die Kriminalpolizei bittet weiter um Mithilfe bei der Aufklärung des Verbrechens.

Berlin (29.08.2005, 16:02 Uhr) - Die Polizei schließt aus, dass im Fall des getöteten Christian aus Berlin-Zehlendorf Verbindungen zu anderen ungeklärten Kindermorden bestehen. «Wir haben tatrelevante Hinweise, dass es da definitiv keine Zusammenhänge gibt», sagte der Leiter der 3. Mordkommission, Klaus Ruckschnat, am Montag.

Die Ermittlungen zur Aufklärung des Verbrechens wurden am Montag mit Hochdruck fortgesetzt. Neue Erkenntnisse wurden nicht mitgeteilt. Nach Angaben von Ruckschnat wurden weiter Zeugen befragt und Hinweise geprüft. Es gebe weiter eine ungewöhnlich hohe Zahl von Hinweisen aus der Bevölkerung.

Der Vater des Kindes hatte die Leiche am Samstag in einem Waldstück in der Nähe der Wohnung nackt unter einer Plane entdeckt. Das Kind starb an massiven Kopfverletzungen, hatte die Obduktion ergeben. Konkrete Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch gab es nicht.

Das Tatmotiv ist weiter unklar. Auch die Tatwaffe fehlt. Trotz intensiver Suche konnte auch die Kleidung des Jungen bisher nicht gefunden werden.

Es sei unmöglich, zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen ein Täterprofil zu erstellen, sagte der Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, Rudolf Egg, in einem dpa-Gespräch. Im Umfeld des Kindes müsse jetzt untersucht werden, ob es Streit gab oder der Junge etwas wusste, was für den Täter relevant war.

In der Hauptstadt konnte zuletzt der Mord an der elfjährigen Jessica nicht aufgeklärt werden. Sie verschwand im Oktober 1998 spurlos. Ihre Leiche wurde im Januar 1999 in der Nähe von Halle in Sachsen- Anhalt gefunden.

Der kleine Christian war am Samstag gegen 10.30 Uhr zum Spielen von zu Hause weggegangen. Als er nicht wie erwartet zurückkam, machte sich sein Vater auf die Suche nach ihm. Dabei traf er nach Angaben der Polizei eine Spielkameradin seines Sohnes. Das Mädchen führte den Vater zu einem Versteck, wo er seinen toten Jungen fand.

Die Kriminalpolizei bittet weiterhin um Mithilfe bei der Aufklärung des Verbrechens und fragt: Wer Angaben zum Freundes- und Bekanntenkreis des Jungen machen? Wer hat den Jungen am Samstag allein oder in Begleitung gesehen? Wer kann Angaben zu Personen machen, die sich gelegentlich auf dem Gelände aufhalten? Hinweise, die gegebenenfalls vertraulich behandelt werden können, nehmen die 3. Mordkommission in der Keithstraße in Schöneberg unter der Telefonnummer 4664-911300 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Berliner Feuerwehr, Arbeitgeber von Christians Vater, äußerte am Montag ihre Betroffenheit. Die Kollegen der Berliner Feuerwache Ranke richteten ein Spendenkonto für die Familie ein.

(Berliner Bank, Bankleitzahl 100 200 00, Kontonummer 30 400 322 44, Verwendungszweck: Schaldach)

(tso/dpa)

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