Berlin : King Kong: Remake mit einem Berliner

Sebastian Leber

Am 7. Dezember hat Thomas Kretschmann Heimspiel. Dann steigt die Europapremiere des Films „King Kong“ im Musical-Theater am Potsdamer Platz – und der Schauspieler kann Starregisseur Peter Jackson seine Lieblingsstadt zeigen.

Der Film über den gewalttätigen Riesenaffen ist die bisher größte Produktion in Kretschmanns Karriere. 207 Millionen Dollar soll „King Kong“ kosten, knapp drei Stunden wird er dauern. Kretschmann hat mit „Captain Englehorn“ immerhin die viertgrößte Rolle. Und das Beste: „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson habe ihn persönlich ausgewählt, so dass ihm ein langwieriges Casting erspart geblieben sei. „Mein Glück, ich bin nämlich nicht sehr gut bei Castings.“ Ohnehin habe der 43-Jährige seine besten Rollen dank persönlicher Empfehlungen bekommen, und das sind inzwischen eine ganze Menge. Neben „Resident Evil: Apocalypse“ und „Der Untergang“ hat der Berliner auch in Roman Polanskis „Der Pianist“ mitgespielt. Ein grandioser Aufstieg: 1997 war er noch in TV-Filmen wie „Nina – vom Kinderzimmer ins Bordell“ zu sehen.

Seine Wohnung in Schöneberg hat Kretschmann immer noch, die meiste Zeit des Jahres verbringt er aber mittlerweile in Hollywood. Beziehungsweise in Neuseeland; zu den Dreharbeiten von King Kong nahm er gleich Frau und Kinder mit. Die hatten dort ihren Spaß: Der Sohn durfte alle Requisiten aus „Herr der Ringe“ durchwühlen, Filmschwerter schwingen und in das Kostüm des Elben Legolas schlüpfen. Die fünfjährige Tochter wiederum verbrachte am Set viel Zeit in der Maske – um geschminkt zu werden und selber zu schminken. „Meine Kinder fühlen sich richtig beteiligt an der King-Kong-Produktion.“

Ende des Jahres wird es noch einen weiteren Film mit Kretschmann geben, zunächst aber nur im amerikanischen Fernsehen. Da schlüpft er in die Rolle von Papst Johannes Paul II. Eigentlich stehe er der Kirche ja skeptisch gegenüber, sagt Kretschmann. Aber den Menschen Karol Wojtyla bewundere er sehr: „Der wollte wirklich Liebe geben.“ Vor den Dreharbeiten musste Kretschmann übrigens ein Sprechtraining absolvieren, um sich einen polnischen Akzent zuzulegen. Und weil der Film nächstes Jahr auch in Deutschland laufen soll, muss er sich demnächst wahrscheinlich selbst synchronisieren. Ob mit oder ohne polnischen Akzent, steht noch nicht fest.

Jetzt aber steht King-Kong-Promotion auf dem Programm. Er habe nicht die geringste Ahnung, wie der Film am Ende aussehe, sagt Kretschmann. Schließlich werde das meiste hinterher digital hinzugefügt. Zumindest der computeranimierte King Kong dürfte Kretschmann vertraut vorkommen: Bewegungen und Mimik des Riesenaffen stammen nämlich vom britischen Schauspieler Andy Serkis. Und der hatte bei „Herr der Ringe“ auch schon die düstere Kreatur Gollum zum Leben erweckt.

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