Berlin : Kirche kooperiert mit Islam-Verein

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Die Katholische Akademie betreibt den Dialog mit dem Islam offensiv. Zusammen mit dem umstrittenen Verein „Inssan“ lädt AkademieDirektor Ernst Pulsfort heute und nächsten Dienstag zu Vorträgen zum Thema „Gewalt(losigkeit) im Namen Gottes ?“.

Der Verein Inssan war vor einem halben Jahr in die Schlagzeilen geraten wegen möglicher Beziehungen zur Muslimbruderschaft, die nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer eine Gesellschaftsordnung verfolgt, die nicht mit unserer Verfassung zu vereinbaren ist. Sie soll Inssan Geld für den Bau eines Kulturzentrums gegeben haben. Inssan hat den Vorwurf zurückgewiesen und betont, dass Inssan für Gewaltlosigkeit und Integration eintritt. Pulsfort hat sich vergangene Woche in den Beirat des 70 Mitglieder zählenden Vereins wählen lassen. „Wenn eine muslimische Organisation die Integration fördern will, muss ich sie als Christ unterstützen“, sagt er. Muslimen würde das Gefühl für die deutsche Mentalität fehlen, sie wüssten oft nicht, was strategisch klug ist. Darin will er sie beraten. Zum Beispiel dass sie sich erst Vertrauen in Berlin erwerben, bevor sie eine Moschee bauen.

„Wir wollen zeigen, dass wir uns integrieren wollen“, sagt „Inssan“-Geschäftsführer Chaban Salih. Den Bau des Kulturzentrums verfolgt Inssan weiter, so Salih. Für die Finanzierung habe man Gespräche mit dem Sozialministerium in Kuweit, einer Stiftung der königlichen Familie in Dubai und der Bank der islamischen Länder geführt. Georg Kardinal Sterzinsky sieht der Zusammenarbeit der Katholischen Akademie und „Inssan“ gelassen entgegen. „Wir sind bewusst, dass der Dialog mit islamischen Gruppen problematisch sein kann“, sagt Bistumssprecher Stefan Förner. „Aber wenn es einen Ort gibt, wo man ihn führen kann, dann ist es die Akademie.“ clk

Der Vortrag findet heute Abend statt bei Inssan, Gitschiner Str. 17, 19 Uhr.

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