Kirchentag in Berlin : Eckart Hirschhausen will Dorfkirche in Zehlendorf retten

Als Kind sang der Entertainer Eckart von Hirschhausen dort im Chor, am Donnerstag sammelt er Spenden für die Alte Dorfkirche Zehlendorf mit einem Benefiz-Programm.

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Die Alte Dorfkirche. Foto: Lothar Beckmann
Die Alte Dorfkirche.Foto: Lothar Beckmann

Die Dorfkirche Zehlendorf an der Potsdamer Straße Ecke Clayallee bröselt. Zur Sanierung werden dringend Spender gesucht. TV-Mediziner Eckart von Hirschhausen hat dort als Konfirmand im Chor gesungen und Morgenandachten gefeiert. Am Himmelfahrtstag um 11 Uhr wird er in der Dorfkirche in einem Benefiz-Programm auftreten.

Herr Hirschhausen, wie viele Tickets haben Sie schon verkauft?
Es sind schon deutlich über 100, aber wir haben noch Platz für spontane Besucher. Die Tickets kosten so viel wie ein Theaterbesuch, 25 Euro, oder gehen etwas nachhaltiger an die Substanz, 250 Euro, um die Substanz des Gebäudes zu retten. Die Dorfkirche wird bald 250 Jahre alt. Auch Atheisten dürfen am Donnerstag kommen und einen Heidenspaß haben.

Eckart von Hirschhausen, Doktor der Medizin und TV-Star Foto: Ingo Wagner / dpa
Eckart von Hirschhausen, Doktor der Medizin und TV-StarFoto: Ingo Wagner / dpa

Was darf man denn vom Fernsehstar Hirschhausen in einer Kirche erwarten?


Es wird persönlicher. Die Alte Dorfkirche ist mir seit meiner Kindheit ans Herz gewachsen. Ich habe dort viele Konzerte und Gottesdienste erlebt, Silvester-Andachten, viele schöne Erinnerungen. Ich finde es wichtig darüber nachzudenken, welchen Wert solche Orte der Stille im Trubel der Welt haben.

Für den guten Zweck wird es heiter und es darf laut gelacht werden. Es gibt meine besten Texte aus „Wunder wirken Wunder“, ein bisschen Zauberei und Aktuelles zum Reformationsjahr. Luther ist für mich der erste Popmusiker und Entertainer der Geschichte, er hat erkannt, dass das gemeinsame Singen ein tragendes Element ist, um die Gemeinde einzubeziehen.

Und ich werde die medizinische Seite des Glaubens beleuchten, das umeinander Kümmern. Seelsorgerische Fragen müssten viel stärker Teil der medizinischen Ausbildung sein. Die Ärzte führen heute die Tradition der Schamanen oder Wunderheiler fort, blenden aber aus, dass die Leute nicht nur einen Körper haben.

Wie nah stehen Sie denn heute der Kirche? Oder ist das zu persönlich gefragt?
Nein gar nicht. Es ist ja kurios, dass es heute viel intimer ist, Fragen zum Glauben zu stellen als zum Beispiel über Sex. Ich bin evangelisch, habe auch eine große Liebe zum Kirchentag, da merkt man, dass es nicht nur Leute gibt, die gegen etwas sind. Viele leben gerne in einer offenen Gesellschaft mit Demokratie und Religionsfreiheit. Immer weniger Menschen glauben an Gott – ich hoffe, es beruht nicht auf Gegenseitigkeit.

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