Kirchliches Engagement : Sondereinsatz für den Papst

Eine Ministrantin freut sich auf ihre größte Messe: Theresa Altmann wird Papst Benedikt am zentralen Altar im Olympiastadion zur Seite stehen. Mit dem katholischen Zeremoniell ist die 24-Jährige sehr gut vertraut.

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Foto: Mike Wolff
Foto: Mike Wolff

Berlin„Für mich ist das eine totale Ehre und eine Aufgabe, vor der ich Respekt habe“, sagt Theresa Altmann. So dicht wie die 24-jährige Berliner Erzieherin werden nur wenige Menschen in der kommenden Woche an Papst Benedikt XVI. herankommen: Altmann ist Ministrantin und wird im Olympiastadion mit elf weiteren Messdienern dem Papst am Altar zur Seite stehen.

„Gleich nachdem ich in Friedrichshagen zur Erstkommunion gegangen bin, bin ich Ministrantin geworden“, sagt Theresa Altmann. Ein halbes Jahr ließ sie sich ausbilden. Heute trägt sie gerne den schwarzen Talar und das weiße Rochett der Messdiener und weiß ganz genau, wann in der Messe der Weihrauch geschwenkt wird oder das Vortragekreuz zum Einsatz kommt. Seit sich ihr Schwager in der Hedwigs-Kathedrale zum ständigen Diakon weihen ließ, engagiert sich Altmann auch dort. Als Oberministrantin ist sie für den Einsatz der Messdiener verantwortlich. „Als Erzbischof Woelki in das Bistum eingeführt wurde, stand ich hinter den Bischöfen und habe die Mitras eingesammelt“, sagt Altmann. „Mir macht es einfach Spaß, in der Messe zu helfen und mit anderen jungen Leuten Dinge in Gemeinschaft zu unternehmen.“

Doch bei traditionellen Katholiken stehen weibliche Ministranten nicht hoch im Kurs. Ihr Einsatz bei Papstmessen ist eher unüblich. Das weiß auch Altmann. „Hier in Berlin gibt es damit aber keine Probleme“, sagt sie. „Die Bischöfe und Priester lassen uns spüren, dass wir gebraucht werden und respektieren unseren Dienst.“ Und auch Pfarrer Martin Kalinowski, der für das Berliner Erzbistum die Liturgie der Papstmesse ausgearbeitet hat, legt Wert darauf, dass im Stadion „auch Mädels am Altar sind – das gehört im Erzbistum Berlin zur Grundausstattung der Kirchengemeinden“.

Insgesamt helfen nur zwölf Messdiener am päpstlichen Altar – acht zukünftige Priester aus dem Erzbistum Berlin und vier Frauen. Sie alle sind vom Bundeskriminalamt überprüft worden, denn am Altar herrscht Sicherheitsstufe eins. „Und das ist auch gut so – wir hatten in unserer Kathedrale auch schon eine Frau, die mit einem Kreuz in der Hand auf den Priester losging“, erinnert sich Theresa Altmann. Und auch wenn die Papstmesse noch eine Woche hin ist: Ein bisschen Lampenfieber hat die routinierte Ministrantin schon. Benjamin Lassiwe

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