Berlin : Kita-Zuschüsse: Potsdam zahlt weiter für Berliner Kinder

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Berliner Familien, die ihre Kinder in Brandenburger Kindertagesstätten schicken, können aufatmen: Potsdam will übergangsweise die Zuschüsse für Berliner Kinder weiterzahlen. Das teilte der Sprecher von Jugendminster Steffen Reiche (SPD), Martin Gorholt, gestern auf Anfrage mit. Damit reagiert das Ministerium auf Kündigungen von Betreuungsverträgen durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark, nachdem bekannt geworden war, dass das Ministerium die Zahlungen einstellt.

"Wir wollten nicht provozieren, dass Kindern gekündigt wird", betont Gorholt. Es sei damit auch nicht zu rechnen gewesen, da die Landkreise doch ihrerseits davon profitierten, dass 1124 Brandenburger Kinder Berliner Kitas besuchten - nur 192 gehen den umgekehrten Weg. Gorholt kündigte an, dass die Nutzung von Kitaplätzen auch Gegenstand der Verhandlungen zwischen Reiche und Berlins Jugendsenator Klaus Böger (SPD) am 29. Juni sein wird. Immerhin muss Berlin jährlich rund zehn Millionen Mark für die Kitaplätze aufbringen, die Brandenburger Kinder nutzen.

Bögers Sprecher Thomas John betont zwar, dass man auch in Zukunft Brandenburger Kinder nicht aussperren, sondern vielmehr die Barrieren zwischen den Ländern weiter abbauen wolle. Dennoch fände es die Berliner Seite "sinnvoll", eine Regelung zu finden, die irgendeine Art von Ausgleich enthält. Die hohe Zahl von über 1000 Brandenburger Kita-Kindern in Berlin kommt dadurch zustande, dass viele Eltern ihre Kinder beim Umzug ins Umland in den Berliner Tagesstätten lassen. Manche Familien orientieren sich aber auch deshalb nach Berlin, weil das Kitaangebot in den kleinen Umlandgemeinden nicht immer der Nachfrage standhält. Immer wieder kommt es vor, dass Familien in die Kita von Nachbargemeinden verwiesen werden, was längere Wege mit sich brächte als der Entschluss für eine Berliner Kita.

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