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Klage abgewiesen : Wowereit und Platzeck begrüßen Flugrouten-Urteil

Gute Laune bei den Länderchefs von Berlin und Brandenburg: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Klage der BER-Flugroutengegner abgewiesen. Eine Bürgerinitiative will nun nach Karlsruhe ziehen.

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Sie sind zufrieden mit dem Leipziger Flugrouten-Urteil: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck.
Sie sind zufrieden mit dem Leipziger Flugrouten-Urteil: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs...Foto: dpa

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat eine Klage der Flugroutengegner am neuen Hauptstadtflughafen BER zurückgewiesen. Damit muss das Planfeststellungsverfahren für den
künftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg nicht erneut aufgerollt werden.

Die Kläger werfen den Verantwortlichen vor, getrickst und falsche Angaben über die geplanten Flugrouten gemacht zu haben. "Tausende Menschen wurden von der Flughafengesellschaft und den Ministerien hinters Licht geführt", sagte Michale Lippoldt, Sprecher der Bürgerintitiative Kleinmachnow vor der Urteilsverkündung.

Bilder: Flugroutengegner protestieren

Protest gegen Flugrouten über Berlin und Brandenburg
Lautstark. Beim Thema Flugrouten haben viele Bürger bewiesen, dass sie mitreden wollen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 93Foto: dapd
13.01.2012 21:01Lautstark. Beim Thema Flugrouten haben viele Bürger bewiesen, dass sie mitreden wollen.

Konkret werfen sie den Verantwortlichen vor, nicht am Planfeststellungsbeschluss beteiligt worden zu sein, obwohl Unterlagen belegen würden, dass die Gemeinde Kleinmachnow von den Flugrouten des neuen Hauptstadtflughafens betroffen seien. Im Planfeststellungsverfahren war als Grobplanung festgehalten worden, dass die Flugzeuge von den beiden Pisten des neuen Flughafens gerade abfliegen. Tatsächlich hat die Deutsche Flugsicherung aber angemahnt, dass die Routen aus Sicherheitsgründen nach Norden und Süden in einem Winkel von 15 Grad abknicken müssen. So hat der Bund dann auch die Flugrouten bestimmt, wodurch nun Gemeinden von vermeintlichen Fluglärm betroffen sind, die es nach der Grobplanung eigentlich nicht wären.

Die Richter in Leipzig hatten bereits 2006 grünes Licht für den Flughafen Berlin Brandenburg gegeben. Sie argumentieren nun, dass man auch bereits damals hätte Klage einreichen können. Sie sahen keine Anhaltspunkte, die verstrichene Klagefrist gegen den Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2004, wieder einzusetzen. Die Voraussetzungen dafür wären nur dann gegeben gewesen, wenn ein Fall höherer Gewalt vorgelegen hätte. Das war aber laut Richter Rubel nicht der Fall. Arglistige Täuschung wäre ein Fall höherer Gewalt gewesen, was die Richter aber - anders als die Kläger - den Verantwortlichen nicht unterstellt haben. "Den Klägern wäre es möglich gewesen, innerhalb der Frist von einem Jahr zu klagen", sagte Rubel in seiner Urteilsbegründung.

Video: BER-Anwohner scheitern vor Gericht

Die Betreiber des Flughafen BER zeigten sich nach der Urteilsverkündung hoch zufrieden. "Das Gericht hat zum dritten Mal hintereinander den Standort des Flughafens bestätigt und das Urteil ist an Eindeutigkeit nicht zu übertreffen", sagte Geschäftsführer Rainer Schwarz. Das Gericht habe deutlich gemacht, dass Menschen, die im Umfeld eines Flughafens leben, damit rechnen müssten, dass sich Flugrouten auch ändern können. "Das ist keine statische Sache, sondern die Flugrouten werden sich auch im Lauf der nächsten Jahre immer mal wieder ändern."

Klaus Wowereit (SPD) schrieb auf seinem Facebook-Profil, das Bundesverwaltungsgericht habe für "Klarheit und Rechtssicherheit" gesorgt. "Dieses große Infrastrukturprojekt muss im Interesse unserer Region zum Erfolg werden und der Airport nun so schnell wie möglich in Betrieb genommen werden", so Berlins Regierender Bürgermeister weiter.

Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck sprach von einem „guten Urteilsspruch“. Die Entscheidung bestätige seine Auffassung, dass „wir mit diesem Standort auf sicherem Grund stehen“, sagte er. Das Urteil belege erneut die „sachgerechte Arbeit der Planfeststellungsbehörde“. Damit könnten die Vorbereitungen für die Eröffnung des Airports in Schönefeld weitergehen. „Ich habe mit diesem Urteil gerechnet und darauf gehofft“, fügte Platzeck hinzu.

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