Berlin : Klage auf mehr Lärmschutz an U-5-Baustelle gescheitert

von
Foto: BVG
Foto: BVG

Die Klagen von Anwohnern der U-Bahn-Baustelle Unter den Linden auf mehr Lärmschutz sowie auf eine höhere Entschädigungszahlung wegen der Beeinträchtigungen durch die Arbeiten sind vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen worden. Geklagt hatten Vertreter des Hotels Westin Grand sowie des Lindencorsos und des Rosmarin-Karrees, deren Gebäude an die Großbaustelle Unter den Linden/Friedrichstraße grenzen. Dort soll ein Umsteigebahnhof zwischen den Linien U 5 (Hönow-Hauptbahnhof) und U 6 (Alt-Tegel–Alt-Mariendorf) entstehen.

Das im Planfeststellungsbeschluss der Verkehrsverwaltung vorgesehene und in der mündlichen Verhandlung am 28. Juni ergänzte Schutz- und Entschädigungskonzept reiche aus, urteilten die Richter am Dienstag. Die Abwägung sei fehlerfrei erfolgt. Auch die Kriterien bei den bereits zugesprochenen Entschädigungszahlungen seien nicht zu beanstanden.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) zeigte sich zufrieden, weil das Gericht das Vorgehen der Planer in Gänze bestätigt habe. Die Prozesskosten müssten deshalb die Kläger komplett tragen. Die in dem Urteil entwickelten Grundsätze zum Schutz vor Baulärm werden nach Ansicht der Verwaltung in Zukunft auch für ähnliche Projekte maßgebend sein. Klägeranwalt Siegfried de Witt bedauerte, dass das Gericht die Chance auf mehr Lärmschutz für Anwohner nicht genutzt habe. Die BVG als Bauherr hatte argumentiert, der künftige Baulärm liege unter dem Krach des heutigen Straßenverkehrs.

Dieser wird wegen der Bauarbeiten nun erheblich eingeschränkt. Von Freitag an werden die südliche Fahrbahn des Straßenzugs Unter den Linden zwischen der Glinkastraße und der Charlottenstraße bis Juni 2016 sowie die Friedrichstraße von der Kreuzung Unter den Linden bis Behrenstraße bis Mitte Juli 2013 gesperrt. Bereits unterbrochen ist die U 6 zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Französische Straße. Die BVG hat geraten, die rund 500 Meter möglichst zu laufen.

Die ersten Züge auf der U 5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor sollen Mitte 2019 fahren. Der 2,2 Kilometer lange Abschnitt mit den Bahnhöfen Berliner Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden soll 433 Millionen Euro kosten. In Betrieb ist seit Sommer 2009 der Stummelabschnitt Brandenburger Tor–Hauptbahnhof. Klaus Kurpjuweit

» Mehr lesen? Jetzt gratis Tagesspiegel testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben