Berlin : Klagen gegen Ausbau angekündigt

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Der geplante Ausbau des Flughafens Tegel steht auf wackligen Beinen. Anwohner wollen dagegen vor Gericht ziehen. Die von der Flughafengesellschaft als "Kapazitätsausschöpfung" bezeichnete Erweiterung der Abfertigungskapazitäten durch das Aufstocken des Gebäudes am Parkplatz P 2 neben dem vorhandenen Abfertigungsgebäude soll über eine Hochbaugenehmigung erfolgen. Ein aufwendigeres Planfeststellungsverfahren ist nach Ansicht der Senatsbauverwaltung nicht erforderlich.

Gegen eine Baugenehmigung werde man Widerspruch beim Bezirksamt Reinickendorf einlegen, kündigte gestern Karsten Sommer an, der mehrere Anwohner anwaltlich vertritt. Zudem werde man bei der Luftverkehrsbehörde beantragen, die Arbeiten zu stoppen. Entscheiden müsste dann das Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren. Der Widerspruch hätte keine aufschiebende Bauwirkung. Bei einem Erfolg würde damit jedoch die Inbetriebnahme verhindert.

Die Flughafengesellschaft beruft sich auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das in einem Gebäudeausbau für den Flughafen Dresden keine Kapazitätserweiterung sah. Allerdings sei die Anlage in Dresden unbeschränkt genehmigt, argumentiert Sommer. Für Tegel sei dagegen die Genehmigung gerichtlich auf den Zustand von 1990 beschränkt.

Um 2,1 Millionen Passagiere mehr abfertigen zu können, will die Flughafengesellschaft das Parkdeck P 2 aufstocken und dort weitere Schalter mit einem zentralen Check-In schaffen. 24,2 Millionen Mark sind dafür zunächst vorgesehen. Die Arbeiten sollen im August beginnen.

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