Berlin : Klagenklagenklagen

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies über die vielen Anhänger des heiligen St. Florian

Der Flughafenstreit kommt allmählich in seine letale Phase. Erst wird Tempelhof dicht gemacht, dann dürften sich die Tegeler Flughafengegner mit ihrer Forderung nach Schließung dieses Flughafens durchsetzen, und während das geschieht, geht der Rechtsstreit um den Ausbau Schönefelds in eine weitere Runde. Jedenfalls haben die ansässigen Startbahngegner versprochen, dass sie klagenklagenklagen werden, und dieses Versprechen haben sie schon mehrfach gehalten.

Der viel zitierte St.Florian ist praktisch zum Schutzheiligen der ganzen Region geworden. Zwar hat außer eisenharten Ökos niemand die Absicht, das Fliegen ganz aufzugeben, und auch die Gegner jeglicher Fliegerei aus geschäftlichen Gründen sind eine kleine Minderheit. Nein, nach Mallorca und auf die Malediven wollen sie alle lieber heute als morgen. Aber: Muss es denn gerade bei uns sein? Drunten in der Umgebung von Schönefeld machen sie sich daran, aus Eigennutz eine Zukunftschance der Region kaputtzuprozessieren, und keiner vermag sie daran zu hindern – ein Exempel dafür, wie die exzessiv ausgeweiten Beteiligungs- und Klagerechte der Bürger eine vernünftige Strukturpolitik unmöglich machen.

Fliegen wir eben von Halle-Leipzig. Zwei Stunden mit dem Taxi vom Bahnhof Zoo, das müsste doch zumutbar sein, wenn sie nur drunten in Schönefeld ihre Ruhe haben, nicht wahr? Berlin wird damit zwar zur Karikatur einer Hauptstadt. Aber das kann den Brandenburgern ja egal sein.

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