Berlin : Klare Ansage

Gerd Nowakowski

freut sich über flotte Schreiben aus den Amtsstuben Wer jemanden, der eine Leistung beantragt hat oder bezieht, zu Leistungen verpflichtet ist, die geeignet sind, Leistungen auszuschließen oder zu mindern, oder wer für ihn Guthaben führt oder Vermögensgegenstände verwahrt, hat der Agentur für Arbeit auf Verlangen hierüber sowie über damit im Zusammenhang stehendes Einkommen oder Vermögen Auskunft zu erteilen, soweit es zu Durchführung der Aufgaben nach diesem Buch erforderlich ist.“ Alles klar? Eben! Dabei ist der schwurbelige Bandwurmsatz wichtig für Millionen Menschen – er stammt aus dem Sozialgesetzbuch zur Arbeitsmarktreform Hartz IV. Nun aber soll Schluss sein mit unverständlichem Amtsdeutsch – zumindest in Spandau. Worte wie Straßenausbaubeitrag, Grunddienstbarkeitsbewilligungsbescheinigung oder Überversorgungsfeststellung wird es nicht mehr geben, wenn das segensreiche Wirken von 22 „Multiplikatoren“ auf alle Amtsstuben ausstrahlt. Die sind bereits mittels Stilfibel geschult, um Schreiben „übersichtlicher, präziser und leichter verständlich“ zu machen, berichtet das Bezirksamt Spandau jetzt zur Umsetzung eines FDP-Antrags.

Das spart viel Zeit, sagt das Amt – weil der genervte Bürger nicht mehr nachfragen muss, wenn er beim Bescheid nur Bahnhof versteht. Er könnte sich freuen, wenn künftig nicht mehr ein „Straßenausbauabgabenbeitrag in Abzug gebracht wird“, ärgert sich aber vermutlich trotz flottestem Amtsdeutsch. Schließlich wird bei vielen Schreiben künftig bereits beim ersten Durchlesen unmissverständlich der Wunsch des Amtes deutlich: Geld her.

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