Berlin : Klare Kante

Werner van Bebber

fühlt sich auch ohne Islamistenkongress meinungsfrei Der nachdenkliche Innensenator Ehrhart Körting hat die Sache geprüft und sich dagegen entschieden: Einen Islamistenkongress will er hier nicht haben. In der Auseinandersetzung mit dem militanten Islam hat er sich diesmal für die harte Linie entschieden. „Körting beugt sich dem Druck der CDU“, erklärte die CDU-Fraktion dazu – man muss befürchten, dass sie das ernst meint. Die FDP-Fraktion sieht die Meinungsfreiheit eingeschränkt. Das ist ernster zu nehmen: Radikalem Denken setzt niemand durch ein Veranstaltungsverbot eine Grenze. Die 4000 Berliner Islamisten werden sich in ihrem Verfolgungswahn bestätigt fühlen. Körting, da kann man sicher sein, hat diese Nebenwirkung des Verbotes bedacht – und sich trotzdem dafür entschieden. Es geht nämlich nicht um ein Denk- oder Diskussions- oder Streitverbot, sondern um ein Darstellungsverbot. Längst beherrschen islamistische Fanatiker die mediale Bildersprache. Deshalb kann niemand ein Interesse daran haben, dass bei einem solchen Kongress Leute in der Attitüde so genannter Märtyrer posieren. Das sollen sie woanders machen.

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