Berlin : "Klasse!": Mit der BVG auf der Fahrt ins Multimedia-Zeitalter

Tanja Buntrock

Die BVG hat aufgetischt. Auf einem langen Tisch stehen Getränkefläschchen und Teller voller Kuchen und Kekse. Das stimmt die 19 Schüler einer 11. Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums freudig: "Boah, Kekse", schallt es durch den Konferenzraum der BVG-Hauptverwaltung am Kleistpark.

Die Schüler des "Klasse"-Projekts vom Tagesspiegel nehmen die Chance wahr, etwas über die Internet- und Multimedia-Aktivitäten der BVG zu erfahren. Die Verkehrsbetriebe gehören zu den "Klasse"-Sponsoren. Die Klassenlehrerin Ursula Kirchner ist anfangs noch etwas besorgt, "weil die Schüler in der Schule so gut wie nie das Internet benutzen können und nun gar nicht vorbereitet sind". Kein Problem, denn was in der Schule der Fall ist, gilt noch lange nicht für zu Hause. Als die Referenten Wolfgang Koop und Dirk Tegetmeier fragen, wer privat online ist, melden sich nahezu alle.

Dabei sieht die Statistik für die Weltbevölkerung ganz anders aus. Von rund sechs Milliarden Erdenbewohnern haben nur 330 Millionen einen Internet-Zugang. In Deutschland sind es 18 Millionen. Nach all den statistischen Zahlen geht es dann ins Eingemachte: Wolfgang Koop präsentiert die Internet-Seiten seines Verkehrsbetriebes, die von seinem Laptop auf die Großleinwand projiziert werden. Besonders stolz sind die Referenten auf die Fahrplanabfrage.

Bislang in dieser Serie erschienen... Terminals auf Bahnhöfen

Über www.bvg.de klickt sich der suchende Fahrgast auf die Seite, gibt ein, von wo er wohin möchte, und nach wenigen Sekunden erscheint die detaillierte Auflistung der Verbindungen sowie die Fahrtdauer, die einkalkuliert werden muss. Etwa 120 000 Besucher mit rund 4,5 Millionen Zugriffen zählt die BVG bislang auf ihrer Seite. Sofort wollen die Schüler die beste Verbindung vom Kleistpark zu ihrer Schule in Köpenick erfragen. Die schnellste dauert immerhin ganze 52 Minuten. Dann erzählt Koop eine Menge von dem, was sich die BVG in Zukunft vorstellt: Multimedia im Fahrzeug beispielsweise. Auf zwei U-Bahnlinien hängen schon Bildschirme in den Waggons, auf denen "Das Berliner Fenster" mit aktuellen Nachrichten und Tipps rund um gezeigt wird. "Das Ganze wird künftig noch ausgebaut", versichert Koop.

Auch würden demnächst auf vielbesuchten U-Bahnhöfen "Multimedia-Terminals" zu finden sein. Da die BVG mit der Telekom kooperiert, ist es möglich, mit diesen Apparaten zu telefonieren, zu surfen und die Fahrverbindungen abzufragen. Während des Treffens beantworten die beiden Referenten auch allgemeine Fragen, die den Schülern schon lange unter den Nägeln brennen. Sascha möchte wissen, ob es wirklich verboten ist, auf den Bahnsteigen zu rauchen und "ob man dafür bestraft werden kann". Koop grinst: "Wissen Sie, was das für eine Arbeit macht, die ganzen herumliegenden Kippen zu beseitigen? Wir hoffen einfach auf Ihr Verständnis, bestraft werden Sie aber nicht." Ein anderer Schüler will erfahren, ob es wirklich stimmt, dass man 200 Mark bekommt, wenn man einen U-Bahn-Beschmutzer an die BVG verpfeift. In der Tat, die BVG lässt eine solche Belohnung springen. Der Betrieb erhofft sich, so besser gegen die Schmutzfinken ankommen zu können.

"Man kann sich über die Internet-Seite zum BVG-Service verbinden lassen und dort seine Beschwerde vortragen. Die nehmen dort die notwendigen Daten auf", sagt Koop.

Am Ende der Veranstaltung haben die Schüler eine Menge Neues von und über die BVG erfahren. Dennoch merken zwei von ihnen kritisch an, dass die Internetseite des Verkehrsbetriebs durchaus noch schöner gestaltet werden könnte, "beispielsweise mit Hintergrundbildern der Buslinie 100, oder so". Koop wird "die Anmerkung weiterleiten", weist aber auch daraufhin, dass sich die Ladezeit erhöhe, je mehr "Schnickschnack" auf der Seite sei.

Die Referenten lassen die Schüler allerdings nicht gehen, ohne noch einmal auf die Unterwäsche der BVG hinzuweisen: Besonders angetan waren die Jungen in der Klasse vom Herrenslip "Krumme Lanke".

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