Klassenzimmer : Schüler müssen trotz Streiks zur Schule

Wir atmen alle auf: Morgen streikt die S-Bahn nicht. Trotzdem scheint der Unmut über den Ausnahmezustand zu wachsen. Der Schulweg der Kinder stellt ein Problem für viele Eltern dar. Trotz des Streiks der BVG hält der Bildungssenator an der Schulpflicht fest.

Schule
Aufgrund der Streiks kann der Schulweg unter Umständen sehr lang werden. -Foto: IMO

Die GDL streikt nicht an diesem Montag. Allerdings heißt das nicht, dass das Chaos ausbleibt. Wie schnell die Bahn vom Notfallplan auf den Regelbetrieb umschalten kann, ist bislang offen. Laut einem Sprecher der Berliner S-Bahn sollen alle Züge nach dem normalen Fahrplan fahren.

Streikende entzürnen Eltern

Auf jeden Fall sind die Eltern richtig sauer auf die Streikenden. Deshalb schrieb der Elternverband Ende der vergangenen Woche einen Brandbrief an den Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD). Der Landeselternverband hatte beklagt, dass den Schülern die zusätzlichen Belastungen aufgrund des Streikes von BVG und GDL nicht zu zumuten sind. Sie forderten die Aufhebung der Schulpflicht. Die Eltern begründeten ihren Brief mit dem drohenden Superstreik am Montag.

Der Bildungssenator antwortete den Erziehungsberechtigten prompt in der Berliner Morgenpost. Sollte die GDL wirklich die Arbeit niederlegen, seien die Schüler entschuldigt. Allerdings müssten die Eltern das Fehlen ihrer Kinder in schriftlicher Form gegenüber der Schule begründen. Letztlich entschieden die Eltern, ob der Schulweg zumutbar sei oder nicht. Zöllner beharrte aber darauf, dass trotz der Streikwelle die Schulpflicht „in unveränderter Form“ weiterhin bestehe.

"Die meisten Schüler wohnen um die Ecke"

Eine Lehrerin eines Gymnasiums in Mitte verwies auf den Einzugsbereich der Schule. „Die meisten Schüler wohnen um die Ecke. Sie kommen meist mit ihren Fahrrädern oder sogar zu Fuß. Sollten meine Schülerinnen am Montag aufgrund ihres Schulweges verspätet im Klassenraum erscheinen, werde ich aber sicher ein Auge zudrücken,“ sagt sie tagesspiegel.de.

Der Schulbetrieb selbst scheint aufgrund des Verdi-Streikes nicht in Gefahr zu sein. Allerdings rumort es auch in der Lehrerschaft. Nur knapp 5000 angestellte Lehrer sind am Streik beteiligt. Die Beamten dienen dem Staat und dürfen nicht streiken. Berlin hat ungefähr  29.000 Lehrer insgesamt. (ml)

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